Berlin (gd/sth). Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 deutlich gesenkt. Für Deutschland erwarten sie eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent. Das ist mehr als ein Prozentpunkt weniger als im Herbst 2018, als man noch mit 1,9 Prozent rechnete. Hingegen bestätigen die Institute ihre vorherige Prognose für das Jahr 2020: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann um 1,8 Prozent zunehmen. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten der fünf an der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose beteiligten Forschungsinstitute hervor, das am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.
„Der langjährige Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist zu Ende“, sagte Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und stellvertretender Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Wegen politischer Risiken hätten sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter eingetrübt. Aber der Konjunktureinbruch in der zweiten Jahreshälfte 2018 sei vor allem auf Produktionshemmnisse in der Industrie zurückzuführen. „Die Gefahr einer ausgeprägten Rezession halten wir jedoch bislang für gering“, ergänzte Holtemöller.
Der Beschäftigungsaufbau wird der Prognose zufolge voraussichtlich an Fahrt verlieren. Die Zahl der Erwerbstätigen werde dennoch vermutlich weiter leicht steigen, von 45,3 Millionen in diesem Jahr auf 45,5 Millionen im nächsten Jahr. Gleichzeitig sinke die Zahl der Arbeitslosen von 2,2 auf 2,1 Millionen Menschen. Dadurch gehe die Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent zurück. Die Verbraucherpreise werden sich laut den Berechnungen der Wirtschaftsforscher voraussichtlich von 1,5 Prozent im Durchschnitt des Jahres 2019 auf 1,8 Prozent im nächsten Jahr erhöhen.
Link zur gemeinsamen Frühjahrsprognose von fünf deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten (im pdf-Format)
