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Langfristige Sparanlagen können sich wieder lohnen

Mehr als vier Prozent Zinsen für Festgeld sind drin. Geldinstitute verlangen aber Mindestanlagesummen.

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Gerollte und offene Euro-Geldscheine und Münzen. Bild: IMAGO / Martin Wagner

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München (tö). Geld sicher und langfristig etwa für die zusätzliche Altersvorsorge anzulegen, ist nach dem Zinsanstieg in den vergangenen Monaten wieder attraktiver geworden. Dies zeigt eine Recherche von ihre-vorsorge.de. Demnach gibt es bei einigen Banken und Bausparkassen wieder Zinsen von knapp vier bis sogar mehr als vier Prozent bei Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren. Ein Comeback der in den neunziger Jahren sehr beliebten Ratensparverträge, mit denen Bankkundinnen und Kunden schon mit kleinen Monatsraten von zum Beispiel 25, 50 oder 100 Euro sparen konnten, ist jedoch bislang nicht in Sicht.

In der Regel verlangen derzeit Topanbieter mit Zinsen weit über dem Marktdurchschnitt bestimmte Mindestanlagesummen. Beispiel: Beim bundesweiten Festgeldangebot der Bausparkasse Mainz sind mindestens 2500 Euro mitzubringen. Wer sein Geld acht Jahre fest anlegt, erhält dann pro Jahr 3,80 Prozent Zinsen. Bei neun Jahren sind es 4,00 Prozent, bei zehn Jahren 4,10 Prozent jährlich. Die Zinsen werden nicht direkt wiederangelegt, sondern auf ein Referenzkonto überwiesen. Wollen Sparer vom Zinseszinseffekt profitieren, müssen sie also die ausgezahlten Zinsen möglichst schnell wieder neu anlegen.

Oft Laufzeiten von höchstens fünf bis sechs Jahren

Andere Anbieter, für die ein deutsches Einlagensicherungssystem gilt, bieten meist Laufzeiten von maximal fünf bis sechs Jahren an. Die Bank11 zahlt zum Beispiel 3,70 Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von fünf Jahren (Mindestanlagesumme: 1000 Euro), die ABC Bank für dieselbe Laufzeit 3,50 Prozent (ab 5000 Euro). Bei der Gefa-Bank gibt es einen gestaffelten Zins bei einer Laufzeit von sechs Jahren. Er steigt für eine Mindestanlagesumme von 10.000 Euro von 2,50 Prozent im ersten Jahr auf 5,0 Prozent im sechsten Jahr, unterm Strich kommt nach Angaben der Bank eine durchschnittliche Verzinsung von 3,60 Prozent heraus. (Stand für alle Angebote: 05.04.2023).

Mittel- und längerfristige Festgeldanlagen kommen für risikoscheue Anlegerinnen und Anleger in Frage, die ihr Sparergebnis im Voraus genau kalkulieren, kein Zinsrisiko mehr eingehen und nicht darauf warten wollen, dass die Zinsen noch weiter steigen. Sie sichern sich dann die – verglichen mit den Angeboten noch vor einem Jahr – relativ hohen Zinsen für einen längeren Zeitraum.

Mittel- und langfristige Ratensparverträge und Prämiensparverträge über Laufzeiten von sieben, zehn oder mehr Jahren werden derzeit hingegen kaum oder zu nur sehr niedrigen Renditen angeboten. Die Geldinstitute wollen offensichtlich mit langfristigen Zinsgarantien kein Risiko eingehen und vermeiden, dass es mit den Verbraucherzentralen zu neuen Rechtsstreitigkeiten über die Verzinsung der Verträge kommt.

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