München (tö). Noch immer glauben viele Anlegerinnen und Anleger, dass nachhaltige Geldanlagen weniger Rendite bringen. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Civey für die Geldanlage-Plattform „Weltsparen“ hervor. Demnach gehen 28,6 Prozent von mehr als 5000 befragten Personen davon aus, dass nachhaltig Geld anlegen zwangsläufig schlechtere Renditen bringt. Vor allem bei Jüngeren ist dieses Vorurteil noch verbreitet. Unter den 18- bis 29-Jährigen rechnet mehr als ein Drittel (37,4 Prozent) damit, dass nachhaltig Geld anlegen mögliche Erträge schmälert.
Zahlreiche Studien legen aber den Schluss nahe, dass nachhaltige Fonds und Exchange Traded Funds (ETFs) besser abschneiden als herkömmliche Varianten.
ESG-Kriterien bestimmen, ob ein Fonds nachhaltig ist
Schon 2015 durchforsteten Ökonomen mehr als 2000 Studien in Sachen nachhaltige Geldanlage. Das Ergebnis: 90 Prozent der Untersuchungen ergaben, dass die sogenannten ESG-Kriterien sich nicht oder sogar positiv auf die Rendite auswirken. E steht für environmental (Umwelt), S für social (Soziales) und G für governance (gute Unternehmensführung). Fonds werden als nachhaltig ausgewiesen, wenn sie versuchen, Unternehmen für ihr Fondsportfolio auszuwählen, die diese ESG-Kriterien beachten.
Allerdings ist der Begriff „nachhaltig“ gesetzlich bislang nicht ausreichend geschützt. Die Bürgerbewegung Finanzwende hatte deshalb kürzlich kritisiert, dass in vielen als nachhaltig klassifizierten Fonds noch Aktien von Ölfirmen oder Unternehmen enthalten sind, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen in der Kritik stehen.
Vergleicht man nun Fonds, die zumindest als nachhaltig firmieren, mit als nicht nachhaltig ausgewiesenen Fonds, ist das Ergebnis eindeutig: So erwirtschafteten laut dem Analysehaus Scope international anlegende Fonds mit einer nachhaltigen Strategie in den vergangenen zehn Jahren jährlich ein Renditeplus von einem halben Prozentpunkt. Das klingt nicht nach viel, kann sich aber bei einem über Jahrzehnte laufenden Fondssparplan für die Altersvorsorge auf mehrere Tausend Euro summieren.
