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PV-Kosten absetzen: Wann der Einspruch beim Finanzamt lohnt

Seit 2022 sind Einnahmen vieler privater Photovoltaik-Anlagen von der Steuer befreit. Unklar ist aber, ob damit auch die Kosten nicht mehr steuerlich abzugsfähig sind. Das können Sie tun.

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Statue der Justitia. Bild: IMAGO / Panthermedia

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Berlin (dpa/tmn). Seit 2022 werden Einnahmen aus Photovoltaikanlagen üblicherweise nicht mehr besteuert. Dieser Vorteil hat aber auch Auswirkungen auf die steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben, die PV-Anlagenbetreibern im Zusammenhang mit ihrer Anlage entstehen. Denn grundsätzlich ist es nicht möglich, lediglich Ausgaben geltend zu machen, während die Einnahmen unversteuert bleiben, teilt der Bund der Steuerzahler mit. Inzwischen mussten sich mit diesem Sachverhalt schon mehrere Finanzgerichte befassen – und die kommen zu erstaunlichen Ergebnissen.

Das Niedersächsische Finanzgericht (Aktenzeichen 9 K 83/24) etwa hat kürzlich entschieden, dass Rückzahlungen von vor 2022 erzielten Einspeisevergütungen sehr wohl auch noch im Jahr 2022 als Betriebsausgabe abgesetzt werden können, obwohl der Betrieb der Anlage inzwischen steuerbefreit ist. Denn entscheidend ist nicht, in welchem Jahr die Ausgaben anfallen, entscheidend ist vielmehr, in welchem Jahr die Kosten verursacht wurden.

Da die ursprünglichen Einnahmen aus den Einspeisevergütungen bis einschließlich 2021 steuerpflichtig waren, bleibe die Rückzahlung dieser früher versteuerten Betriebseinnahmen auch dann als Betriebsausgabe abzugsfähig, wenn spätere Betriebseinnahmen von der Steuer befreit sind. Gegen das Urteil ist inzwischen Revision vor dem Bundesfinanzhof eingelegt worden.

Einspruch hält Steuerbescheid offen

Der Bund der Steuerzahler rät daher allen PV-Anlagenbetreibern, die ihren Gewinn mittels Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt haben und in den Jahren ab 2022 noch Ausgaben für die Anlage hatten – das können auch Steuerberatungskosten oder Handwerkerrechnungen sein –, ihre Steuerbescheide aus den Jahren 2022 und 2023 offenzuhalten. Nur so können sie nach endgültiger Bewertung der Sachlage durch höchste Gerichte noch steuerlich profitieren. Hierzu sollten sie gegen ihren Steuerbescheid Einspruch erheben und das Ruhen des Verfahrens beantragen.

Einnahmen aus PV-Anlagen sind für Betreiber seit 2022 unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Das gilt vor allem für kleine Anlagen bis maximal 30 Kilowatt Peak-Leistung je Betreiber oder 100 Kilowatt Peak-Leistung, wenn es sich um mehrere Anlagen handelt.


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