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So entschlüsseln Anleger den Börsencode

Wer Geld anlegen will, muss wissen was er tut. Vor allem an den Börsen werden oft Fachausdrücke verwendet, die man nicht sofort versteht.

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Lupe auf Aktienkursen und Finanzcharts, daneben ein Taschenrechner.

© Nicht definiert

Frankfurt/Main (dpa/tmn). Jede Branche hat ihre eigene Sprache. Das ist auch in der Finanzbranche nicht anders. Experten verwenden oft Begriffe, die Laien erst einmal ratlos zurücklassen. Dabei kann es Anlegerinnen und Anlegern helfen, wenn sie die Fachausdrücke entschlüsseln können.

Zehn häufig verwendete Börsenbegriffe im Überblick

1. Free Float


Dieser Ausdruck bezeichnet den Anteil der Aktien einer Aktiengesellschaft, die an der Börse frei gehandelt werden können, erklärt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch als Streubesitz bekannt. „Das Gegenteil davon sind etwa Anteilsscheine, die Großaktionäre im Besitz haben, deren Anteil an der jeweiligen AG über 5 Prozent liegt.“

2. Marktkapitalisierung


Das ist der Wert, mit dem die Börse ein Unternehmen insgesamt bewertet, sagt Kurz. Oder anders gesagt: „Die Anzahl der Aktien, die an der Börse frei gehandelt werden, mal dem aktuellen Aktienpreis“, erklärt Edda Vogt von der Deutschen Börse AG.

3. Small Caps, large Caps, Pennystocks


Aktie ist nicht gleich Aktie. Je nach Größe des Unternehmens bezeichnet man die Aktien anders. Als Small Caps etwa werden sogenannte Nebenwerte bezeichnet. „Also Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung“, erläutert Vogt. Gelistet sind solche Werte beispielsweise im S-Dax.

Large Caps
Large Caps, auch Blue Chips genannt, haben die höchste Marktkapitalisierung. In Deutschland sind das Standardwerte – etwa umsatzstarke Aktien, die im deutschen Leitindex Dax vorkommen. Der Begriff Blue Chips stammt aus dem Casino, erläutert Edda Vogt. Dort hatten die blauen Chips den höchsten Wert.

Pennystocks
Das sind Aktien, die unter einem Euro notieren. Diese Werte seien meist großen Schwankungen unterlegen, sagt Edda Vogt. „Ein Investment in Pennystocks ist also massiv spekulativ.“ Je kleiner die Marktkapitalisierung, desto höher seien häufig die Rendite-Chancen, aber umso höher sind auch die Verlustrisiken.

4. Handelsplatz


Dort werden Wertpapiere gehandelt – viele Menschen denken da sofort an die Börse. „Seit 2007, als die Europäische Finanzmarktrichtline in deutsches Recht umgewandelt wurde, gibt es auch außerhalb der Börse Marktplätze“, erklärt Edda Vogt. Beide Formen unterliegen Regulierungen.

5. Split


Übersetzen kann man diesen Begriff etwa mit „Teilung“. „Diesen Schritt vollziehen Unternehmen in der Regel, wenn sie ihre Wertpapiere optisch verbilligen und so wieder für einen breiteren Investorenkreis interessant machen wollen“, erklärt Kurz. Er erklärt das an einem Beispiel: Aus einer Aktie, die aktuell bei 1000 Euro steht, würden bei einem 1:10 Split zehn Aktien zu jeweils 100 Euro. „Die Marktkapitalisierung bleibt dadurch zunächst gleich.“

6. Spread


Dieses Wort bezeichnet die Handelsspanne. „Genauer gesagt, ist es die Differenz zwischen Geldpreis und Buchpreis – also der Preisvorstellung der Käufer und der Verkaufsvorstellung eines Anlegers oder einer Anlegerin“, erklärt Vogt. „Meist ist die Spanne größer, wenn Wertpapiere wenig gehandelt werden oder wenn die Unsicherheit im Markt hoch ist.“

7. Limit-Order


Anleger können einen Kauf- oder Verkauf-Auftrag erteilen. „Limitieren Sie diese Order, definieren sie vorab, wie viel sie beim Kauf eines Wertpapiers maximal ausgeben wollen“, sagt Vogt. „Oder wie viel sie minimal bei einem Verkauf einnehmen wollen.“ Sie empfiehlt: „Immer eine Order mit Limit nehmen.“ Die Börsen verlangen dafür grundsätzlich keine Gebühren. Bei Privatanlegern sind jedoch Banken zwischengeschaltet. Im Zweifel sollten Anleger also vorab klären, ob für sie durch die Limit-Order Kosten entstehen. „Sollte die Limit-Order kosten, würde ich die Bank wechseln.“

8. Stopp-Loss-Order


Sie soll Anleger vor Kurseinbrüchen schützen. Dabei legen sie eine Preisschwelle fest. „Die Stopp-Loss-Order wird sofort ausgelöst, wenn der Kurs einen vorher festgelegten Wert unterschreitet – die Aktie oder das Wertpapier wird dann verkauft, wenn es nach Marktlage möglich ist“, sagt Vogt. Anleger können dabei auch einen bestimmten Zeitraum festlegen. Es gibt eine dynamische und eine statische Variante. Bei der dynamischen Variante wandert der Stopp immer mit. Steht die Aktie beim Kauf bei 10 Euro, steigt dann auf 15 Euro und fällt dann wieder, würde beispielsweise bei einer Stopp-Loss-Order von zwei Euro die Aktie verkauft werden, wenn sie unter 13 Euro fällt und nicht erst unter 8 Euro steht.

9. Kapitalerhöhung


„Wenn ein Unternehmen sein Grundkapital erhöhen will, kann es die Anzahl seiner öffentlich angebotenen Aktien an der Börse erhöhen“, sagt Vogt. Die Folge: Mehr Menschen können Aktien des Unternehmens kaufen, bei Erfolg erhält es dann mehr Geld. Diesen Schritt muss sich das Aktienunternehmen zunächst genehmigen lassen. „Da hier eine Verwässerung des Titels stattfindet, haben Altaktionäre oder bisherige Aktionäre dann erst ein Bezugsrecht. Das können sie nutzen oder verkaufen“, so Vogt.

10. Volatilität


Der Begriff beschreibt das Auf und Ab einzelner Wertpapiere oder ganzer Aktienmärkte. Volatilität ist das Maß für das Risiko von Geldanlagen. Sie wird in einer Prozentzahl angegeben: Je höher sie ist, desto stärker schwankt die Rendite der Geldanlage um ihren Mittelwert, so die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

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