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Stiftung Warentest: Premium-Kreditkarten lohnen sich nicht

Tester kritisieren hohe Kosten und unzureichenden Versicherungsschutz. Wie man günstiger zahlt und sich absichert.

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Kreditkarte über Computertastatur. Bild: IMAGO / photothek / Thomas Trutschel

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München (tö). Als Rundum-Sorglos-Paket angepriesene Premium-Kreditkarten sind ihre zum Teil hohen Zusatzgebühren nicht wert. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Stiftung Warentest, bei dem 28 dieser Karten unter die Lupe genommen wurden. „Wir raten von Premium-Kreditkarten grundsätzlich ab. Die integrierten Reiseversicherungen entpuppten sich im Test größtenteils als lückenhaft, unübersichtlich und voller Fallstricke“, kritisierte Birgit Brümmel, Versicherungsexpertin der Stiftung Warentest. Ihre Negativ-Empfehlung begründete die Stiftung außerdem mit dem hohen Grundpreis und teilweise sehr hohen Gebühren für Bezahlen und Geldabheben.

  • Was Premiumkarten zusätzlich bieten: Sie schimmern in Gold, Platin oder Schwarz und enthalten ein paar Extras wie kleine Rabatte beim Shoppen und vor allem Reiseversicherungen neben den üblichen Funktionen einer Kreditkarte wie Bezahlen und Geldabheben im In- und Ausland oft Extras.
  • Welche Karten getestet wurden: Von den 28 untersuchten Karten waren 11 Karten, die es nur mit einem Girokonto bei der ausgebenden Bank gibt. Ohne Anbindung an ein vorgegebenes Konto sind die restlichen 17 Angebote erhältlich. Ausgeschlossen vom Test hat die Stiftung Kreditkarten, bei denen allein schon die Grundgebühr bei mehr als 150 Euro pro Jahr liegt.
  • Wie die Modellkunden reisen: Zwei Szenarien hat die Stiftung untersucht: 
    • Eine allein reisende 28-jährige Musterkundin fährt zwei Wochen nach Spanien und zehn Tage in die Schweiz. Sie hebt Bargeld ab und kauft vor Ort und online ein.
    • Ein Ehepaar mit einem Kind verreist ebenfalls zweimal, gibt aber deutlich mehr aus.

Unterstellt haben die Tester jeweils, dass die Musterkunden alle Reisen mit den 28 untersuchten Kreditkarten gebucht haben. Bei vielen Premium-Kreditkarten ist dies die Voraussetzung, „damit die Reiseversicherungen überhaupt greifen“, so die Stiftung.

Was die Karten kosten und die Modellkunden zahlen

Die Grundpreise der Karten im Test beliefen sich auf 0 bis 140 Euro im Jahr, im Durchschnitt waren es knapp 70 Euro. Obendrauf kommen teilweise weitere Kosten fürs Bezahlen im Ausland, fürs Abheben fremder Währungen oder den verspäteten Ausgleich des genutzten Kredits. 

So zahlte die Musterfamilie für die teuerste Karte im Test, die American Express Gold Card, 268 Euro, die Alleinreisende 221 Euro. Das lag auch an dem hohen Grundpreis von 140 Euro pro Jahr. Für die „Gebührenfrei Mastercard Gold“ der Advanzia Bank und die Mastercard Gold der TF Bank hingegen kam die Stiftung für den Modellkunden jeweils nur auf Kosten von 15 Euro (Single) und 21 Euro (Familie). Beide Karten haben keinen Grundpreis, Bezahlen und Geldabheben kostet auch nichts extra. 

Doch Vorsicht: Wie die Stiftung mitteilt, „werden fast 25 Prozent Zinsen für nicht ausgeglichene Kartenumsätze fällig, und beim Bargeldholen fällt der Zins sogar ab dem Tag des Abhebens an“.

Warum der Versicherungsschutz lückenhaft ist

Zwei Versicherungen hält die Stiftung für besonders wichtig. Für Weltenbummler: die Reiserücktrittsversicherung – meist inklusive Reiseabbruchversicherung – und die Auslandsreisekrankenversicherung, die besonders gesetzlich Krankenversicherten empfohlen wird. Der Test zeigt jedoch „Urlauber können sich bei keinem Angebot komplett auf die Krankenversicherung verlassen. Bei 25 der 28 getesteten Karten haben wir sogar nur geringe oder sehr geringe Versicherungsleistungen festgestellt“, heißt es in Finanztest (10/2024). 

Das liegt zum Beispiel an Ausschlüssen für Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Obergrenzen für die Erstattung zahnärztlicher Behandlungen und beim Krankenrücktransport und sogar an Altersgrenzen (65., 70. oder 80. Geburtstag). 

Bessere Auslandskrankenversicherungen seien aber schon für weniger als 10 Euro pro Jahr (Einzelperson) oder 20 Euro (Familie) separat erhältlich. Auch bei den meisten Rückrücktritts- und -abbruchversicherungen der Premiumkarten fanden die Tester nur „geringe oder sehr geringe Leistungen“. Oft müssten Versicherte beim Reiserücktritt eine Selbstbeteiligung von 10 bis 20 Prozent der Stornokosten zahlen.

Fazit: Lieber Kreditkarten und Reiseversicherungen getrennt halten

Die Stiftung hält keine Premium-Kreditkarte für „uneingeschränkt empfehlenswert“. Die integrierten Reiseversicherungen seien größtenteils „lückenhaft, unübersichtlich und voller Fallstricke“. Und ihre Kernfunktion als Kreditkarte „erfüllen die Gold- und Platinkarten nicht besser als schlichte Standard-Kreditkarten – bei oft höheren Kosten“. 

Die Stiftung empfiehlt stattdessen, eine Standardkarte zu nehmen und bei Bedarf eine gute Auslandsreise-Krankenversicherung und, falls unbedingt notwendig, einen Reiserücktrittsschutz jeweils extra abzuschließen. So zahlt die Single-Urlauberin für eine gute Standard-Kreditkarte und verlässlichen Reiseschutz knapp 76 Euro im Jahr. Die Modellfamilie kostet dies 174 Euro jährlich. 


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