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TÜV-zertifiziertes Vergleichsportal für Girokonten

Wer ein Girokonto sucht, hat viele Fragen. Bei der Auswahl helfen soll nun ein TÜV-zertifiziertes Vergleichsportal. Was bringt das?

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Banking am Notebook mit Karte. Bild: IMAGO / wolterfoto

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Frankfurt/Main (dpa/tmn). Egal, ob für das Gehalt oder die Miete, um Rechnungen zu bezahlen oder im Ausland Geld abheben zu können – ohne Girokonto und die damit verbundenen Möglichkeiten geht es nicht.

Kein Wunder also, dass die Deutsche Bundesbank das Girokonto als „das Rückgrat des Zahlungsverkehrs in Deutschland“ beschreibt. Schließlich haben einer entsprechenden Statistik zufolge 98 Prozent der Bundesbürger Zugang zu einem Girokonto.

Wer allerdings einmal nach einem neuen Konto gesucht hat, weiß auch: Girokonto ist nicht gleich Girokonto. Jede Bank oder Sparkasse bietet Kunden andere Möglichkeiten, das Geld zu verwalten: nur online oder auch mit persönlicher Beratung in der Filiale, mit zusätzlicher Kreditkarte oder nur mit Girokarte und so weiter und so fort.

Vergleichsseite mit TÜV-Zertifikat

Damit Verbraucher nicht den Überblick verlieren, gibt es seit Anfang August eine neue Internetseite. Sie ermöglicht den Vergleich von Konditionen hunderter Angebote. Betrieben wird die Seite von Check24, einem Vergleichsportal, das Anbietern neue Kunden vermittelt – und sein Geld mit Vermittlungsprovisionen verdient.

Das Besondere an dem neuen Angebot: Der Vergleich ist anbieterunabhängig und objektiv. Denn hier werden die Vorgaben aus dem Zahlungskontengesetz (ZKG) umgesetzt, die Verbrauchern bei der Girokontosuche Transparenz versprechen. Auch Provisionen kassiert Check24 bei diesem speziellen Vergleichsangebot nicht.

Gewährleisten soll die Transparenz der TÜV Saarland, der dem Münchner Vergleichsportal dafür ein Zertifikat erteilt hat. „Wir haben das Angebot genau angeschaut“, erklärt Thorsten Greiner, Geschäftsführer des TÜV Saarland.

In einem umfangreichen Prozess wurden die Benutzerfreundlichkeit der Website und der Datenschutz geprüft, und ob der Vergleichsalgorithmus stimmt. „Wir mussten zum Beispiel sicherstellen, dass kein Profiling stattfindet“, erklärt Greiner. Heißt: Den Verbrauchern soll immer der gleiche Preis angezeigt werden, egal von welchem Standort aus oder mit welchem Endgerät sie die Information abrufen.

Liste ist für alle Nutzer gleich

Anders als bei manchen provisionsgetriebenen Vergleichen bekommen hier alle Nutzer zunächst die gleiche Liste angezeigt: „Die Angebote sind alphabetisch sortiert“, erklärt Greiner.

Dadurch solle kein Anbieter bevorzugt werden. Über bestimmte Einstellungen – etwa die Höhe der Dispozinsen oder der Gebühren – können Nutzer die Angebote dann eigenständig neu sortieren.

In die Auswahl eingeflossen sind bislang alle Großbanken, alle PSD-Banken und alle Online-Banken, sowie die wichtigsten Sparkassen und Volksbanken. „Derzeit sind 556 Anbieter gelistet. Damit decken wir den größten Teil des Marktes ab“, erklärt Rainer Gerhard, Geschäftsführer Karten & Konten bei Check24. „Wir nehmen auch sehr gerne weitere Anbieter auf, wenn diese gelistet werden wollen.“

Die Informationen über die Konditionen der Anbieter bezieht das Portal aus den veröffentlichten Entgeltkatalogen. Verarbeitet werden diese vorwiegend automatisch. „Anders könnten Sie eine so große Menge an Anbietern gar nicht abbilden“, sagt Gerhard. Absolute Vollständigkeit sei nicht möglich, da es keine zentrale Datenbank über die Konditionen aller Anbieter gebe.

Verbraucherschützer sind skeptisch

Verbraucherschützer sehen das neue Angebot kritisch: „Das Zertifikat selbst garantiert leider überhaupt nichts, was für Verbraucher von besonderer Relevanz wäre“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Ein TÜV-zertifiziertes Girokonten-Vergleichsportal soll objektiv und transparent sein. Aber wie kann ich denn als Verbraucher überprüfen, ob es tatsächlich objektiv und transparent ist?“

„Vergleichsportale sind Vermittlungsplattformen, die für die Vermittlung von Kunden an Banken Provision erhalten“, erklärt Nauhauser. Solche Vermittlungsplattformen mit der Bereitstellung von Verbraucherinformationen zu beauftragen, sei ein Fehlgriff. „Man macht da den Bock zum Gärtner.“ Einen anbieterunabhängigen Girokontovergleich biete nur die Stiftung Warentest an.

Kritik, die Rainer Gerhard so nicht stehen lassen will: „Wir verdienen bei diesem zertifizierten Vergleich kein Geld“, sagt er. „Aber wir hoffen natürlich, dass Verbraucher, die die Seite genutzt haben, auch andere Angebote von Check24 nutzen.“ Auch sei das TÜV-Zertifikat nur für drei Jahre vergeben und die Einhaltung der Regeln werde stetig überprüft.

Persönliche Bedürfnisse machen den Unterschied

Für Helena Klinger vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg kommt es bei der Suche nach dem passenden Konto vor allem auf die persönlichen Bedürfnisse an. „Objektiv heißt nicht, dass ein Angebot für mich auch subjektiv das beste ist.“ Daher sei das zertifizierte Vergleichsangebot bei der Suche nach einem neuen Konto „eine schöne Idee“ für Verbraucher.

Wer ein Konto sucht, sollte sich nach Ansicht von Klinger grundsätzlich nicht nur auf eine Vergleichsmöglichkeit beschränken. „Nutzen Sie mehrere Angebote“, rät die Juristin.

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