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Viele Steuerprogramme berechnen „katastrophal“

Die Steuer ist kompliziert, keine Frage. Aber wer keine Erklärung abgibt, verschenkt meist Geld. Kann Software das Leben leichter machen?

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Junges Paar zuhause schaut auf ein Notebook. Bild: IMAGO / Westend61

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Berlin (dpa/tmn). Viele neue Steuerprogramme auf dem Markt schneiden in einer Stichprobe der Zeitschrift „Finanztest“ bei der Berechnung und den Hilfestellungen „katastrophal“ ab. 5 von 14 getesteten Softwareprodukten für die Steuererklärung sind wegen der vielen Rechenfehler nicht empfehlenswert, urteilen die Tester (Ausgabe 5/19). Dabei sprechen gerade diese neuen Produkte gezielt junge Menschen und all jene an, die bisher keine Erklärung abgegeben haben.

Wichtige Bestandteile fehlen oder werden falsch berechnet

Als Browseranwendung oder App werben die neuen Angebote mit Einfachheit und halten dieses Versprechen den Testern zufolge auch ein. Der Preis dafür sei aber zu hoch: Schließlich verlassen sich Nutzer auf steuerliche Richtigkeit und wollen ein Maximum an Erstattung herausholen. Die neuen Angebote waren im Test insbesondere für Eltern ein „Totalausfall“, weil sich damit weder Kinderfrei- noch Entlastungsbeträge richtig beantragen ließen.

Pauschbeträge bleiben unbeachtet

Einige Sachverhalte löste den Angaben zufolge kein Programm perfekt, etwa den Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen für Kinder sowie den Antrag auf den Behindertenpauschbetrag, wenn Pflegegrad IV vorliegt. Der Pauschbetrag ging im Test flöten, weil sich keines der 14 Programme nach einem möglichen Pflegegrad erkundigte. Abgefragt wurde nur der Schwerbehindertenausweis.

Allen, die Pflegegrad IV oder V, aber keinen solchen Ausweis besitzen, raten die Experten zu tricksen, indem sie beim Grad der Behinderung eine „0“ eingeben und das Feld „hilflos oder blind“ ankreuzen. Ansonsten könne der Steuerbescheid meist noch vier Jahre rückwirkend geändert werden, wenn man den Pauschbetrag mit dem Krankenkassenbrief über den Pflegegrad beantragt.

Die besten Programme im Test

Die besten Programme im Test waren „Wiso Steuersparbuch 2019“ (rund 35 Euro für Windows und 40 Euro für Mac) und dessen Internet-Variante „Wiso Steuerweb“ (35 Euro). Sie erreichen jeweils insgesamt ein „Gut“ (Note 1,6). Kaum schlechter schnitt mit der Note 1,8 das rund 15 Euro teure Windows-Programm „Tax 2019“ ab. Alle drei Angebote kommen von Buhl Data Service.

Mit etwas Abstand folgen insgesamt „befriedigende“ Angebote: Die „Steuersparerklärung 2019“ der Akademischen Arbeitsgemeinschaft (Note 2,6) für rund 30 Euro (Windows und Mac) sowie „Quicksteuer 2019“ von Haufe-Lexware (Note 2,8) für 15 Euro (Windows).


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