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Wie Sparer jetzt von steigenden Zinsen profitieren

Die Konditionen für Tages- und Festgeld könnten sich bald verbessern. Was Sparer jetzt tun können.

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Sparbuch mit Geldscheinen und Münzen. Bild: IMAGO / Rüdiger Wölk

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München (tö). Die ersten Banken erhöhen ihre Zinsen für Festgeld. Gleichzeitig verzichten bereits einige Geldinstitute ganz auf Negativzinsen oder erhöhen ihre Freibeträge, oberhalb derer sie das sogenannte Verwahrentgelt für Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten verlangen. Das berichtet das Verbraucherportal biallo.de. Sparerinnen und Sparer können davon profitieren. Was Anlageexperten und Verbraucherschützer ihnen jetzt raten – ein Überblick.

Wie es mit den Negativzinsen weitergeht

Noch verlangen knapp 600 Banken und Sparkassen von Privatkunden Negativzinsen. Bei einer Umfrage von biallo.de bei knapp 30 großen Banken und Sparkassen gab aber mehr als die Hälfte der Institute bereits an, Negativzinsen komplett streichen zu wollen, wenn der Einlagezins der Europäischen Zentralbank (EZB) auf null fällt. Dieser beläuft sich derzeit noch auf 0,5 Prozent. So viel müssen die Geschäftsbanken zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken – das ist auch meist der Satz, den die Kreditwirtschaft als Negativzins auf ihre Kunden umlegt. Fällt der Zinssatz für die Einlagen der Geschäftsbanken nun von 0,5 auf zum Beispiel 0,25 Prozent oder gar auf null Prozent, und hebt die EZB bei ihrer Sitzung am 21. Juli wie erwartet den Leitzins von null Prozent an, könnten die Negativzinsen nach und nach verschwinden.

Was beim Tagesgeldkonto passiert

Für Guthaben auf Tagesgeldkonten werden derzeit, von Ausnahmen abgesehen, so gut wie keine Zinsen gezahlt. Anlageexperten können sich aber gut vorstellen, dass das Tagesgeldkonto eine Art Wiedergeburt erlebt, wenn es sich wirklich wieder lohnen sollte, Erspartes vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto zu überweisen. Eine Großbank kündigte an, dass Kunden wieder höhere Zinsen auf dem Tagesgeldkonto erwarten dürfen, wenn sich für sie „das Zinsumfeld weiterhin positiv“ entwickelt. Bereits jetzt lockt eine Direktbank Neukunden mit 0,20 Prozent Zinsen für Guthaben auf ihrem Tagesgeldkonto, für drei Monate garantiert. Ähnliche Angebote dürften in Zukunft wieder häufiger werden.

Was beim Festgeld besser wird

Mit einer Zinswende dürfte auch Festgeld beliebter werden. Dies lässt sich zum Beispiel drei, sechs oder zwölf Monate oder auch für zwei oder drei Jahre anlegen. In den vergangenen Wochen haben einige Institute ihre Zinsen bereits kräftig erhöht. Mittlerweile zahlen einzelne Banken sogar wieder etwas mehr als ein Prozent Zinsen für Festgeld mit einer Laufzeit von 12 Monaten bei einer Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Zinssatz bei Festgeld (12 Monate, Anlagebetrag 5000 Euro) liegt bei gerade einmal 0,17 Prozent (Stand: 19.5.2022). Das ergibt der Vergleich von knapp 50 Angeboten bei biallo.de.

Wie sich Festgeld am sinnvollsten nutzen lässt

Wer sein Festgeld zu lange anlegt, zum Beispiel drei Jahre, hat nichts davon, wenn die Zinsen in naher Zukunft höher klettern. Eine Wiederanlage ist ja dann erst nach drei Jahren möglich. Verbraucherschützer raten deshalb, Festgeld staffelweise und kürzer anzulegen. Sparer können zum Beispiel für einen Teil ihres Geldes eine Laufzeit von sechs Monaten vereinbaren und für einen weiteren Teil zwölf Monate. Dann können sie schrittweise jeweils mit einem Teil ihres Geldes umsteigen und von besseren Konditionen profitieren, falls die Zinsen anziehen. Festgeld bei sicheren Anbietern wird von der Stiftung Warentest als zusätzlicher Sicherheitsbaustein empfohlen für Anleger, die in börsennotierte Indexfonds (ETFs) investieren.

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