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Diabetes wird bei Frauen oft zu spät entdeckt

Auch Frauen können Diabetes bekommen – doch Diagnose und Behandlung sind häufig auf Männer zugeschnitten. Mit fatalen Folgen.

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Mann benutzt Blutzuckermessgerät. Bild: IMAGO / Westend61 / VITTA GALLERY

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Düsseldorf/Baierbrunn (dpa/tmn). Männer haben öfter Diabetes als Frauen – aber bei Frauen macht die Krankheit öfter Probleme. Ein Grund dafür ist, dass Diabetes bei Frauen häufig später entdeckt wird, erklärt Diabetologin Julia Szendrödi in der Zeitschrift „Diabetes Ratgeber“ (Ausgabe 11/2019).

Ärzte nehmen zur ersten Diabetes-Diagnose den Nüchtern-Blutzuckerwert am Morgen. Bei Frauen, die bereits Diabetes haben, ist dieser Wert nach Angaben der Expertin aber noch normal. Anders als bei Männern steigt er erst nach dem Essen deutlich.

Späte Entdeckung von Diabetes erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen

Vor allem Frauen, die ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben, sollten deshalb selbst ihren Blutzucker im Auge behalten und auf erste Anzeichen der Krankheit achten – plötzliche Gewichtszunahme zum Beispiel. Risikopatientinnen für Diabetes sind etwa Frauen, die selbst Schwangerschaftsdiabetes hatten oder Verwandte mit Diabetes Typ 2 haben. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Bluthochdruck sind allgemeine Risikofaktoren für die Krankheit, unabhängig vom Geschlecht.

Unter anderem durch die späte Entdeckung steigt die Gefahr von Folgekrankheiten – bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt. Hinzu kommt, dass Diabetes bei Frauen so behandelt wird wie bei Männern, kritisiert Szendrödi. Problematisch ist das, weil Diabetes-Medikamente bei Frauen mehr Nebenwirkungen verursachen. Sie rät Betroffenen deshalb, mit dem Arzt über solche Probleme zu sprechen: Oft hilft es dann schon, die Dosis zu verringern oder das Medikament zu wechseln.

Zur Person Julia Szendrödi

Julia Szendrödi leitet das Studienzentrum am Deutschen Diabetes-Zentrum und ist Diabetologin an der Universitätsklinik Düsseldorf.


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