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Drosten: „Mit dieser Impfquote können wir nicht in den Herbst gehen“

Die Impfmüdigkeit wächst, vor allem in Teilen Ostdeutschlands. Der Virologe rechnet fest mit neuen Kontaktbeschränkungen.

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Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin. Bild: IMAGO / Political-Moments

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Berlin (dpa). Der Berliner Virologe Christian Drosten hält angesichts des sinkenden Impftempos in Deutschland neue Corona-Beschränkungen für möglich. „Wir werden gesamtgesellschaftlich die Zahl der Kontakte wieder einschränken müssen. Das ist ganz klar. Die Infektionslast steigt im Herbst“, sagte der Forscher der Berliner Charité im Deutschlandfunk.

Es müsse unbedingt an der Impfquote gearbeitet werden. Die derzeitige Quote von 61 Prozent vollständig Geimpfter reiche überhaupt nicht. „Mit dieser Quote können wir nicht in den Herbst gehen“, sagte Drosten. Für Kinder unter 12 Jahren empfahl er, die regelmäßigen Corona-Tests in den Schulen beizubehalten.

Impfmüdigkeit besonders im Osten

Von Ende Juli bis Ende August legte die Impfquote in Deutschland nur noch um rund 10 Prozent zu, wie das Robert Koch-Institut berichtet. Das war bisher das geringste Wachstum in den Sommermonaten. Regional klaffen die Werte dabei weit auseinander. Die Spanne bei vollständig geimpften Menschen reichte Anfang September von 52 Prozent in Sachsen bis zu 71 Prozent in Bremen, wie es in dem RKI-Bericht. Am besten durchgeimpft ist nach den jüngsten Daten der Nordwesten der Republik, am wenigsten Zuspruch finden die Angebote neben Sachsen in Brandenburg (55,2) und Thüringen (56 Prozent).

Insgesamt kommt die Impfquote damit längst nicht an die Werte heran, die das RKI im Juli als wünschenswert erachtete. Nach der damals entworfenen Modellierung müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, damit eine ausgeprägte vierte Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter unwahrscheinlich wird.


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