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Studie: Post-Covid ist Realität

Krankenversicherungsdaten zeigen: Kinder und Erwachsene leiden Monate nach der Infektion häufiger an bestimmten Erkrankungen als Nicht-Infizierte.

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Arzt hört Rücken einer ältere Patientin mit Stethoskop ab. Bild: IMAGO / YAY Images / moodboard

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Dresden (dpa/sn). Corona-Patienten bekommen einer Datenanalyse zufolge Monate nach ihrer Infektion häufiger eine Diagnose für bestimmte physische und psychische Symptome und Erkrankungen. Das ergab eine Auswertung deutscher Krankenversicherungsdaten, in der infizierte und nicht-infizierte Menschen verglichen wurden, wie das Universitätsklinikum Dresden am Mittwoch mitteilte. „Nicht nur Erwachsene, auch Kinder und Jugendliche sind demnach potenziell von Post-Covid betroffen.“ Die Studie ist noch nicht in einem begutachteten Fachjournal veröffentlicht.

Unter Post-Covid-19-Syndrom versteht das Robert Koch-Institut (RKI) verschiedene Beeinträchtigungen in Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung, die entweder bestehen bleiben oder Wochen bis Monate nach der Infektion auftreten.

Post-Covid-Symptome

Bei Kindern und Jugendlichen seien mehr als drei Monate nach der akuten Infektion am häufigsten etwa Unwohlsein und rasche Erschöpfung, Husten, Schmerzen im Hals- und Brustbereich sowie Angststörungen und Depression festgestellt worden, heißt es in der Dresdner Mitteilung.

„In Bezug auf alle betrachteten Symptome und Erkrankungen lag die Häufigkeit neu dokumentierter Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen mit Covid-19 um ca. 30 Prozent höher als bei Kindern ohne Covid-19-Diagnose.“ Bei Erwachsenen betrafen die Diagnosen demnach vor allem Geschmacksstörungen, Fieber, Husten und Atembeschwerden. An der Studie waren neben der Dresdner Hochschulmedizin mehrere gesetzliche Krankenkassen und das RKI beteiligt.

Daten von mehr als 150.000 Personen ausgewertet

„Dies ist international eine der ersten, großen kontrollierten Kohortenstudien zu Post-Covid. Die umfangreiche Datengrundlage unserer Partner und innovative methodische Verfahren erlauben erstmals auch belastbare Aussagen zu längerfristigen Folgen von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen“, erklärte Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden. Um die Zusammenhänge zwischen Covid-19 und den Erkrankungen zu verstehen, sei weitere Forschung notwendig.

Nach Angaben des Dresdner Uniklinikums flossen in die Analyse Daten von mehr als 150.000 Menschen ein, bei denen im ersten Halbjahr 2020 eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen wurde, darunter fast 12.000 Kinder und Jugendliche. Für jede infizierte Person habe man fünf nicht-infizierte Versicherte in die Studie eingeschlossen, die etwa bei Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen vergleichbar waren. Infizierte und Nicht-Infizierte seien hinsichtlich 96 vorab festgelegter Symptome und Erkrankungen verglichen worden.

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