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Unsichtbare Schlaganfall-Folgen: Welche es gibt, was hilft

Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten beim Planen, Erschöpfung: Viele Folgen eines Schlaganfalls sind von außen unsichtbar. Was Experten raten.

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Hände einer alten Frau machen Übungen mit einem Massageball. Bild: IMAGO / CHROMORANGE /imago stock&people

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Gütersloh (dpa/tmn). Wer an typische Schlaganfall-Folgen denkt, dem fallen wahrscheinlich halbseitige Lähmungen ein, vielleicht auch Bewegungsstörungen, weil die Muskeln nicht mehr mitspielen. 

Es gibt aber noch viel mehr Folgen – und vor allem: solche, die für Außenstehende nicht sichtbar sind. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nennt als Beispiele: 

  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Sprachstörungen
  • Planungsstörungen
  • Persönlichkeitsveränderungen wie Reizbarkeit oder Depression
  • schnelle Erschöpfung

Der eine kann sich nur wenige Minuten auf ein Gespräch konzentrieren und steigt dann aus. Die andere verbummelt Verabredungen und kann nur schwer Aufgaben zu Ende bringen. Und viele kennen den Satz: „Du bist nicht mehr wie früher, ich kenn' dich doch ganz anders!“

Wichtig – sowohl für Betroffene als auch für ihre Liebsten: „Das ist nicht einfach eine Frage von mangelnder Selbstdisziplin, sondern hat reale neurobiologische Ursachen“, sagt die Neuropsychologin Caroline Kuhn von der Universität des Saarlandes. Die Folgen eines Schlaganfalls hängen davon ab, welche Hirnregionen zeitweise nicht mehr durchblutet – und somit von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten – waren. 

Tipps für Angehörige 

Viele Betroffene erleben, dass ihr Umfeld mit Unverständnis reagiert – eben, weil ihnen diese sogenannten neuropsychologischen Störungen nicht bewusst sind. Die Schlaganfall-Hilfe rät Angehörigen daher: 

  • Beobachtungen sachlich schildern, anstatt zu bewerten. Kuhn zufolge sagt man also lieber „Mir fällt auf, dass du nach 15 Minuten müde wirst“ statt „Reiß dich doch mal zusammen“
  • emotionale Veränderungen wie erhöhte Reizbarkeit nicht persönlich nehmen
  • generell: Geduld zeigen und Betroffene nicht überfordern

Was Betroffene selbst tun können 

Dass Denken und Fühlen sich im Gegensatz zu vor dem Schlaganfall verändert haben, ist für Betroffene oft eine große Belastung. Aber es gibt Hoffnung, dass die neuropsychologischen Probleme sich abschwächen – selbst dann, wenn der Schlaganfall eine ganze Zeit zurückliegt. „Auch wenn es sich zu Beginn oft anders anfühlt: Vieles verbessert sich über Jahre hinweg, ohne dass Betroffene die Fortschritte sofort bemerken“, so Kuhn. 

Um besser durch den Alltag zu kommen, rät die Deutsche Schlaganfall-Hilfe: 

  • Neuropsychologische Behandlungen, Ergotherapie und Logopädie in Anspruch nehmen
  • Hilfsmittel wie Checklisten oder die Erinnerungsfunktion des Handys nutzen und wichtige Termine direkt in den Kalender eintragen
  • Aufgaben in kleinere Schritte unterteilen und nacheinander statt gleichzeitig erledigen
  • ausreichend Pausen einlegen

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