Prien am Chiemsee (dpa/tmn). Jeder schläft mal schlecht, kein Thema. Doch wer nie gut schläft, für den gibt es bald kein anderes Thema mehr – und darunter leidet langfristig auch die Seele. Chronische Schlafstörungen können sogar Depressionen verursachen, sagt Ulrich Voderholzer, Chefarzt für Psychosomatik und Psychotherapie an der Schön Klinik Roseneck. Ein Gespräch über Wecker auf dem Nachttisch und gefährliche Gedankenkarusselle.
Und natürlich müssen körperliche Ursachen von Schlafstörungen ausgeschlossen werden. Das können zum Beispiel nächtliche Atemstörungen, neurologische Erkrankungen oder hormonelle Störungen wie Schilddrüsenerkrankungen sein.
Wie funktioniert der Zusammenhang von Trauma und Schlaflosigkeit?
Voderholzer: Traumata führen in der Folge zu einem sogenannten Hyperarousal, also einer Art ständigem inneren Alarm. Die Balance zwischen den wachmachenden und schlaffördernden Systemen im Gehirn ist ständig im Ungleichgewicht. Jeder von uns kennt das, wenn er einen extrem aufregenden Tag hat, dass er abends nicht zur Ruhe kommt – das haben viele Menschen nach schweren Traumatisierungen jeden Tag.
