Gesundheit / 10.10.2017

Kinderreha oder Kur?

Bei der Kinderreha stehen die Kinder, bei der Mutter-Kind-Kur die Eltern im Fokus

Leipzig (mjj). Die Frage einer Mutter in unserem Forum haben sich auch schon andere Eltern chronischer kranker Kinder gestellt: Was ist der Unterschied zwischen einer Mutter-Kind-Kur und einer Kinderreha? Die besorgte Mutter sucht nach einem Angebot für ihren an Asthma erkrankten Sohn, dessen Krankheitsverlauf sich derzeit verschlechtere.

Eltern-Kind-Kur: Erwachsenen stehen im Fokus

Da auch Väter die Kur antreten können, heißt sie korrekt „Eltern-Kind-Kur“. „Sie ist eine Vorsorgeleistung der Krankenversicherung, bei der die gesundheitlichen Bedürfnisse der Eltern im Vordergrund stehen – zum Beispiel psychische Belastungen im Erziehungsalltag“, erklärt Dr. Ursula Wächter, Pressesprecherin der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland.

Kinder- und Jugendreha

„Bei einer Kinderrehabilitation geht es dagegen um die Besserung des Krankheitsbildes beim Kind“, so Wächter weiter: „Die Kinderrehabilitation kann sowohl bei der deutschen Rentenversicherung als auch bei der Krankenkasse beantragt werden. Eine Begleitperson ist im Einzelfall möglich, wenn dies für die Durchführung der Rehabilitation nötig ist.“

Diese Regelung ist relativ neu. Bislang war die Möglichkeit der Begleitung an das Alter des Kindes gekoppelt. Seit Anfang 2017 aber zählt nur, ob die Begleitung für den Erfolg der Reha wichtig ist. Dies ist etwa dann der Fall, wenn die Eltern im Umgang mit der Asthma-Erkrankung des Kindes ebenfalls geschult werden sollen.

Kinderreha jetzt Pflichtleistung

Mit dem Jahreswechsel erfolgte auch eine zweite wichtige Änderung: „Die Kinder- und Jugendrehabilitation ist nicht mehr eine Kann- sondern eine Pflichtleistung der Deutschen Rentenversicherung“, ergänzt Dr. Ursula Wächter, die Interessierten zu einem Beratungsgespräch bei der deutschen Rentenversicherung oder in einer der gemeinsamen Reha-Servicestellen rät. Dort erfahren Eltern zum Beispiel, ob sie Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben, wenn ein weiteres Kind zu Hause bleibt. Zudem können versicherungsrechtliche Voraussetzungen geklärt und erste Formulare zusammen ausgefüllt werden.

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Autor

Michael J. John