Ihre-Vorsorge Logo

DGB lehnt Metallarbeitgeber-Vorstoß zu Rente mit 70 ab

Gewerkschafts-Sozialexpertin Piel: „Eine Rentenkürzung mit Ansage“. Gesamtmetall-Chef Wolf: „Wir werden länger und mehr arbeiten müssen“.

Artikel vorlesen

Tags

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Das Bild zeigt Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied und Bundesvorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre entschieden ab. „Ein klares Nein zur Rente mit 70 – sie ist nichts anderes als eine Rentenkürzung mit Ansage“, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel am Montag. Viele Beschäftigte würden es schon heute nicht mehr schaffen, „gesund bis zur Rente durchzuhalten“, sagte sie.

Piel reagierte damit auf Äußerungen des Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, der sich im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) für eine längere Lebensarbeitszeit ausgesprochen hatte. „Schaut man sich die demografische Entwicklung und die Belastungen der Sozial- und Rentenkassen an, dann sind die Reserven aufgebraucht. Wir werden länger und mehr arbeiten müssen“, sagte Wolf. „Stufenweise werden wir auf das Renteneintrittsalter von 70 Jahren hochgehen müssen – auch weil das Lebensalter immer weiter steigt.“ Ansonsten werde das System mittelfristig nicht mehr finanzierbar sein, erklärte der Gesamtmetallchef.

„Wer hart arbeitet, hat deutlich geringere Lebenserwartung“

DGB-Vorstandsmitglied Piel warnte dagegen davor, das Eintrittsalter weiter hochzusetzen. „Für diejenigen, die in der Pflege, auf dem Bau oder in Fabriken arbeiten, ist längeres Arbeiten keine Option.“ Wer hart arbeite, habe ohnehin eine „deutlich geringere Lebenserwartung“ und beziehe somit auch kürzer Rente, erklärte Piel. Die Finanzierung der Rente sei eine Verteilungsfrage. Auch bei einer älter werdenden Gesellschaft sei die Bundesregierung in der Verantwortung, „eine gute und ausreichende Rente als Sicherheitsversprechen zu setzen“ – ohne höhere Altersgrenzen oder kürzere Renten, argumentierte Piel.

Nach aktueller Rechtslage wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine weitere Anhebung ab. Bereits im Mai hatte er nach einem Vorstoß von Ökonomen zur Rente mit 70 erklärt: „Wir haben in der Koalition vereinbart, dass wir das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht erhöhen. Und daran wird sich nichts ändern.“

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Setzt die Koalition die Rentenreform um oder überlegt es sie sich bei der populären „Rente mit 63“ noch einmal anders? Die Sozialministerin will die Reform – und macht ein Versprechen.

Time
2 Minuten

Der Kanzler macht auch nach der CDU-Schlappe in Sachsen-Anhalt klar, dass große Gesetzesvorhaben weitergehen sollen. Bei der Rente signalisiert er Gesprächsbereitschaft über eine heikle Frage.

Time
2 Minuten

Gesellschaftsforscher haben sich eine wichtige Zahl zur Rente genauer angeschaut: die statistische Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren. Wie nah liegt sie an der Wirklichkeit?

Time
6 Minuten

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt mehren sich Stimmen in der Regierungskoalition, die viele Reformpakete wieder aufschnüren wollen. Im Zentrum der Kritik: die Vorschläge der Alterssicherungskommission.

Time
2 Minuten

Der erstmalige Bezug von Altersrente lag 2025 laut Jahresbericht der deutschen Rentenversicherung bei durchschnittlich 64,7 Jahren.

Time
1 Minuten

Angst vor Lücken in der Rentenbiografie durch lange Krankheit oder private Krankenversicherung? Das lässt sich vermeiden.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026