Ihre-Vorsorge Logo

DGB warnt vor Rentenkürzung durch die Hintertür

Sozialexpertin Piel: Zahl der Arbeitslosen und Kranken vor Renteneintritt steigt, weil viele gar nicht länger arbeiten können.

Artikel vorlesen

Tags

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Das Bild zeigt Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied und Bundesvorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat Aussagen der Arbeitgeber über eine längere Lebensarbeitszeit zurückgewiesen. "Wer Debatten über ein höheres Rentenalter anstößt, soll ehrlich zugeben, dass er eine Rentenkürzung durch die Hintertür will. Denn viele Beschäftigte schaffen es schon heute nicht, gesund bis zur Rente durchzuhalten", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "So würde absehbar die Zahl der Arbeitslosen und Kranken vor Renteneintritt steigen, weil viele gar nicht länger arbeiten können."

Kritik kam auch von der IG Metall. Die Arbeitgeber hatten eine Debatte über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit in Deutschland gefordert. Das Rentensystem werde nicht dauerhaft in seiner heutigen Form bestehen können, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der dpa. Piel entgegnete, mehr auf private Vorsorge zu setzen, stärke letztlich nur die private Versicherungswirtschaft. "Die Renditen solcher Politik würden Reiche und Unternehmen einsammeln. Das Nachsehen hätten die Erwerbstätigen und Rentnerinnen und Rentner. Es kann eben nicht jeder privat vorsorgen, damit die Rente im Alter reicht."

"Die wahre Konfliktlinie liegt zwischen Kapital und Arbeit"

Die Finanzierung der Rente sei in der Tat eine Verteilungsfrage. "Aber die wahre Konfliktlinie liegt hier zwischen Kapital und Arbeit und nicht zwischen den Generationen. Wir wollen, dass diese Frage solidarisch und gesamtgesellschaftlich gelöst wird. Dabei darf es zudem keine Taschenspielertricks zu Lasten der Sozialversicherungen und der in ihnen versicherten Erwerbstätigen geben", sagte Piel. Beschäftigungsverhältnisse müssten ausnahmslos in allen Zweigen der Sozialversicherung abgesichert sein. 

IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban nannte die Forderungen von Dulger "sachlich falsch und sozial verantwortungslos": Bereits heute zahlten Beschäftigte nach Erreichen der Regelaltersgrenze keine Beiträge mehr zur Arbeitslosenversicherung, sagte Urban der dpa. "Wer die Altersgrenze zur Rentenversicherung weiter anheben und die Beschäftigten zusätzlich drängen will, weitere Einkommensbestandteile in die immer volatilere private Alterssicherung zu geben, betreibt Sozialabbau mit unlauteren Mitteln und Motiven."

Dulger hatte gesagt, es ergebe etwa wenig Sinn, wenn jemand, der sich entschieden habe, länger zu arbeiten, weiter in die Arbeitslosenversicherung einzahle. "Denn er kann ja gar nicht mehr arbeitslos werden." Würde man Betroffenen diese Beiträge erlassen oder das Geld für die private Altersvorsorge einsetzen, dann wäre das ein echter Anreiz.

Mehr zum Thema:


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Gesellschaftsforscher haben sich eine wichtige Zahl zur Rente genauer angeschaut: die statistische Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren. Wie nah liegt sie an der Wirklichkeit?

Time
6 Minuten

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt mehren sich Stimmen in der Regierungskoalition, die viele Reformpakete wieder aufschnüren wollen. Im Zentrum der Kritik: die Vorschläge der Alterssicherungskommission.

Time
2 Minuten

Der erstmalige Bezug von Altersrente lag 2025 laut Jahresbericht der deutschen Rentenversicherung bei durchschnittlich 64,7 Jahren.

Time
1 Minuten

Angst vor Lücken in der Rentenbiografie durch lange Krankheit oder private Krankenversicherung? Das lässt sich vermeiden.

Time
3 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung erklärt in einer neu aufgelegten Broschüre Abzüge auf der Gehaltsabrechnung – und was Arbeitnehmer davon haben.

Time
2 Minuten

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht bei der Stärkung der gesetzlichen Rente Handlungsbedarf. Eine durchschnittliche Altersrente von weniger als 1.200 Euro sei „zu wenig“.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026