Wiesbaden/Bad Homburg (sth). Im Dezember 2019 erhielten in Deutschland knapp 1,09 Millionen Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren das etwa 7.000 Leistungsbezieher oder 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Anspruch auf diese Grundsicherung haben Erwachsene, die entweder die persönliche Regelaltersgrenze erreicht haben (steigt seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre) oder dauerhaft voll erwerbsgemindert sind und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen sicherstellen können.
Etwas mehr als die Hälfte der Grundsicherungsempfänger – 51,8 Prozent – erhielten zuletzt Grundsicherung im Alter, die übrigen 48,2 Prozent zwischen 18 Jahren und dem Rentenalter waren dauerhaft voll erwerbsgemindert. Sie konnten aufgrund einer Krankheit oder Behinderung für einen nicht absehbaren Zeitraum täglich keine drei Stunden unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein.
Zahl der Grundsicherungsbezieher steigt – aber auch künftig überschaubar
Die Zahl der Grundsicherungsbezieher im Alter und bei Erwerbsminderung ist seit der Einführung dieser steuerfinanzierten Sozialleistung im Jahr 2003 fast ständig gestiegen. Ende 2019 war sie knapp 2,5 mal so hoch wie Ende 2003. Laut einer Studie des Potsdamer Wirtschaftsforschers und Politikberaters Bruno Kaltenborn wird die Zahl der Senioren, die neben ihren selbst erworbenen Alterseinkünften staatliche Grundsicherung im Alter benötigen, bis zum Jahr 2030 von derzeit 562.000 vermutlich auf rund 834.000 Menschen steigen.
Dennoch werde der Anteil der hilfebedürftigen Rentnerinnen und Rentner über der Regelaltersgrenze in den kommenden zehn Jahren lediglich von aktuell knapp 3,1 Prozent auf etwa 4,3 Prozent steigen, so Kaltenborn. Grund für die Differenz zwischen der stark steigenden Zahl und der nur wenig zunehmenden Quote Älterer mit ergänzendem Hilfebedarf ist nach seinen Erkenntnissen vor allem die zunehmende Größe der Neurentner-Jahrgänge.
Studie "Grundsicherung wegen Alters: Projektion bis 2030", erstellt im Auftrag des Forschungsnetzwerks Alterssicherung (FNA)
www.deutsche-rentenversicherung.de
Broschüre der Deutschen Rentenversicherung zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
