Brüssel (dsv/sth). Voraussichtlich im Sommer dieses Jahres wird die Europäische Kommission ihren fünften Bericht zur Angemessenheit von Renten veröffentlichen. Der gemeinsame Bericht der Kommission und des EU-Sozialschutzausschusses (SPC) erscheint seit 2012 alle drei Jahre. Inhalt des Berichts ist eine Analyse von Aspekten der Angemessenheit der Rentensysteme innerhalb der Europäischen Union (EU).
Der letzte Bericht (nur in englischer Sprache) wurde vom Rat Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz im Juni 2021 gemeinsam mit dem zweiten gemeinsamen Bericht des SPC und der Europäischen Kommission zur Langzeitpflege angenommen. Für eine Arbeitsgruppe, die den Bericht vorbereitet (WGPA), benennen die EU-Länder jeweils ein Mitglied sowie eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter. Zusätzlich wird die Expertise der OECD im Bereich Alterssicherung einbezogen.
Im Bericht werden die derzeitige und die prognostizierte Angemessenheit der Renten in Bezug auf Einkommenssicherung, Armutsschutz und Rentendauer sowie die Auswirkungen der jüngsten Reformen untersucht. Neben der Überwachung aktueller und zukunftsorientierter Angemessenheitsindikatoren bietet jede Ausgabe eine eingehende Analyse ausgewählter politischer Fragen oder Aspekte der Rentensysteme.
Auswirkungen von Inflation und Energiepreisen auf die Lebenssituation Älterer
Neben den Folgen der COVID-19-Pandemie sind die Auswirkungen der Inflation und des Energiepreisanstiegs auf die Lebenssituation der Älteren potenzielle Themen. So gehörten laut Eurostat schon vor der Energiekrise alleinlebende über 64-Jährige zu den Menschen in der EU, die die meisten Probleme hatten, ihre Energierechnungen zu bezahlen. Deutschland bildete hier eine Ausnahme. Auch mögliche Vorschläge der Expertengruppe zur Zukunft des Sozialschutzes und des Wohlfahrtsstaates in der EU werden im Bericht aufgegriffen.
Parallel wird vom wirtschaftspolitischen Ausschuss der EU der Bericht über die Auswirkungen der gesellschaftlichen Alterung auf die fiskalische Tragfähigkeit der öffentlichen Ausgaben erstellt. Neben den öffentlichen Rentenausgaben werden darin auch die Themen Gesundheit und Pflege einbezogen. Beide Berichte sollen 2024 veröffentlicht werden.
