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Europa offener Grenzen sichert die Rente

Vor der Europawahl zeigen beeindruckende Daten der DRV Berlin-Brandenburg, wie sich das EU-Recht auf grenzüberschreitende Arbeit positiv auf die Renten auswirkt.

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Kreis von Fahnenmasten mit europäischen Flaggen. Bild: IMAGO / YAY Images / fifg

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Die 27 EU-Staaten und drei der vier EFTA-Staaten (Island, Norwegen, Liechtenstein) bilden den Europäischen Wirtschaftsraum. Aber auch die Schweiz erkennt Beschäftigungszeiten von Menschen aus diesen Ländern als Versicherungszeit an.

Berlin (drv/sth). Leben und arbeiten in Europa – das ist für viele heute Alltag. Die Freizügigkeit im gesamten EU-Raum gehört zu den vier Grundfreiheiten Europas. Anlässlich der Europawahl am kommenden Sonntag hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Berlin-Brandenburg ermittelt, was diese Freizügigkeit für Arbeitnehmende und Menschen im Rentenbezug im Großraum Berlin konkret bedeutet.

In Berlin und Brandenburg zahlen Menschen aus allen anderen EU-Staaten aktiv Beiträge zur Rentenversicherung. In Berlin waren es 108.458, in Brandenburg 24.898 (Stand: Ende 2022). Die meisten Beitragszahler kamen aus Polen, Italien und Bulgarien (Berlin) bzw. aus Polen, Rumänien und Bulgarien (Brandenburg). Angesichts einer Einwohnerzahl von nur etwa 520.000 ist wenig verwunderlich, dass Malta in beiden Fällen auf dem letzten Platz liegt, doch auch 65 Malteserinnen und Malteser zahlten in Berlin, drei in Brandenburg Beiträge.

Polen bei den Auslandsrenten vorn

Auch Rentnerinnen und Rentner genießen Freizügigkeit innerhalb der Grenzen der EU, und viele nutzen diese. Ende 2022 hat die DRV Berlin-Brandenburg 25.352 Renten ins EU-Ausland gezahlt, das waren 3,1 Prozent aller Rentenzahlungen dieses Trägers. Einsamer Spitzenreiter ist hier das Nachbarland Polen, in das fast alle dieser Zahlungen gehen. Grund ist neben der räumlichen Nähe, dass die DRV Berlin-Brandenburg von allen anderen Regionalträgern in Deutschland die Rentenzahlung für Versicherte übernimmt, die auch einen Anspruch gegen einen polnischen Rentenversicherungsträger haben. Wichtig auch: Hier wurden die so genannten Zahlfälle erfasst. Auch Deutsche, die ihren Lebens­abend in Polen verbringen und dorthin ihre Rente überwiesen bekommen, zählten also mit.

Demokratie wichtig für sozialen Frieden – und für Freizügigkeit

Die genannten Zahlen machen deutlich, dass und wie das Europa der offenen Grenzen heute schon genutzt wird. Davon profitieren nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, auch Sozialstaaten können nur in weltoffenen und von Vielfalt geprägten Gesellschaften bestehen. Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung in Deutschland haben am Montag dazu aufgefordert, Demokratie, Freiheit, Rechts- und Sozialstaatlichkeit zu verteidigen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und gegen Hass und Hetze, gegen Rassismus und Diskriminierung klar Haltung zu zeigen. Zugleich haben sie an alle Bürgerinnen und Bürger appelliert, am 9. Juni ihre Stimme zu nutzen und die Demokratie zu stärken.

Sylvia Dünn, Geschäftsführerin der DRV Berlin-Brandenburg, macht mit wenigen Zahlen deutlich, dass die Vielfalt der Versicherten und Rentnerinnen und Rentner auch in dieser Region ein Gewinn ist: „Bei uns zahlen Menschen aus 198 der 200 Staaten, die es weltweit gibt, Beiträge ein. Eine laufende Rentenzahlung überweisen wir in 164 dieser Staaten.“ Freizügigkeit sei nicht selbstverständlich, sagt sie, und betont noch einmal: „Gehen Sie am 9. Juni wählen, wenn Sie das Wahlrecht haben. Es ist wichtig. Auch die Demokratie ist nicht selbstverständlich.“

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