Berlin (drv/sth). Abgeleitete Leistungsansprüche spielen in der Rentenversicherung eine wichtige Rolle. Über verschiedene rentenrechtliche Instrumente – mit jeweils eigenen Versorgungszielen – werden sie organisiert. Den Auffassungen von Versorgungsnotwendigkeiten, die der gesetzlichen Hinterbliebenenrente zugrunde liegen, stehen veränderte gesellschaftliche Familienleitbilder und veränderte Erwerbsbiografien gegenüber – sowie andere Erwartungen an sozialstaatliche Absicherung. Gesellschaftlich ist einerseits ein Trend zu verstärkter Individualisierung zu erkennen, andererseits gibt es Tendenzen zu einer verstärkten Re-Traditionalisierung von Familienformen – möglicherweise verstärkt durch die Corona-Pandemie.
Dieses Spannungsverhältnis will die Jahrestagung 2023 des Forschungsnetzwerks Alterssicherung (FNA) bei der Deutschen Rentenversicherung an diesem Donnerstag und Freitag mit Blick auf Auswirkungen auf die Alterssicherung aufgreifen. Dabei will sie auch das Zusammenspiel mit anderen staatlichen Regelungen – zum Beispiel Steuern, Krankenversicherung – sowie Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung etc. und die damit verbundenen Anreizwirkungen berücksichtigen. Darüber hinaus erscheint ein vergleichender Blick auf internationale Entwicklungen in diesem Feld lohnenswert.
Zu den von renommierten Wissenschaftlerinnen, Forschern und Rentenfachleuten vorgestellten Themen der Tagung gehören zum Beispiel „Aktuelle Entwicklungstendenzen in der Gesellschaft“, „Trends bei Hinterbliebenenrenten in der Gesetzlichen Rentenversicherung" (national und international), "Bedeutung abgeleiteter Leistungsansprüche in der betrieblichen Altersversorgung“, die „Private Absicherung von Hinterbliebenen“ oder „Familienwandel und Alterssicherung: Ist der Versorgungsausgleich noch zeitgemäß?“ Spannende Diskussionen nach den Referaten scheinen angesichts des auch in die Zukunft blickenden Themenfeldes garantiert.
