Kiel (sth). Die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner können 2020 offenbar mit einer besonders starken Rentenerhöhung rechnen. Aufgrund der jüngsten Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) vom Statistischen Bundesamt käme es im kommenden Jahr zusätzlich zu der von der Bundesregierung prognostizierten Rentenanpassung von knapp drei Prozent zu einer "Rentenerhöhung von etwa zwei Prozentpunkten", schreibt das Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) in einer aktuellen Analyse. Insgesamt könnten die Ruheständler im Juli 2020 demnach mit einer Rentenerhöhung von etwa fünf Prozent rechnen.
Im Jahr darauf – dem voraussichtlichen Bundestags-Wahljahr 2021 – müssten die Ruheständler dann allerdings mit einer deutlich geringeren Rentenerhöhung rechnen, so das IfW. Denn der Effekt der Revision werde im Folgejahr wieder zurückgenommen. Der Rentenanstieg falle dann entsprechend niedriger aus. "Dieser bei größeren Revisionen immer wieder auftretende Jojo-Effekt bringt unnötig Unruhe in die Rentendynamik", kritisierte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW, in einer Mitteilung des Instituts. Seine Empfehlung: "Eine rückwirkende Anpassung der in die Rentenformel eingehenden Daten würde hier Abhilfe schaffen."
Analyse des IfW Kiel zur Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung innerhalb der IfW-Konjunkturprognose