Berlin (dpa/sth). Die Rentenversicherten in Deutschland erledigen Anträge und andere Dinge immer öfter digital. Wurden die Online-Dienste der Rentenversicherung 2015 rund 320.000 Mal in Anspruch genommen, waren es bis Ende September dieses Jahr 2,2 Millionen Aufrufe, wie eine der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Auswertung der Rentenversicherung zeigt. Im gesamten Jahr 2020 waren es rund zwei Millionen Aufrufe. Diese Zahlen sollen auch an diesem Donnerstag auf einer virtuellen Sitzung der Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung thematisiert werden. Online kann man etwa Renten- und Reha-Anträge stellen, Daten ändern, das Versicherungskonto einsehen, Unterlagen anfordern oder einen Termin in einer Beratungsstelle buchen.
Beschäftigte haben immer mehr Versicherungsjahre
Die Beschäftigten hierzulande haben bei Rentenbeginn immer mehr Versicherungsjahre auf ihrem Rentenkonto. Die Zahl der Versicherungsjahre sei von durchschnittlich 33,7 im Jahr 2000 auf 38,7 im vergangenen Jahr gestiegen, teilte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund, Christian Amsinck, bei der Vertretervertreterversammlung des größten deutschen Rentenversicherungsträgers am Mittwoch in Berlin mit. Gezählt werden die Jahre bei Beginn der Altersrente. Bei Frauen nahm die Zahl der Versicherungsjahre besonders deutlich von von 27,7 auf 36,3 Jahre zu, ein Anstieg ist hier insbesondere bei den westdeutschen Frauen zu beobachten. Bei den Männern gab es einen Anstieg von 40,8 Jahren im Jahr 2000 auf 41,4 Jahre in 2020.
„Die Zunahme der Versicherungsjahre ist hauptsächlich auf eine erhöhte Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen. Altersrentnerinnen, die derzeit in Rente gehen, haben im Durchschnitt längere Erwerbsbiographien und damit eine höhere Anzahl an Versicherungsjahren als ältere Rentnerinnen“, so Hans-Werner Veen, alternierender Vorstandsvorsitzender. Eine steigende Erwerbsbeteiligung und damit längere Versicherungszeiten führten darüber hinaus auch zu höheren Beitragseinnahmen in der Rentenversicherung. Zu den Versicherungsjahren zählen neben Zeiten der Erwerbstätigkeit zum Beispiel auch Zeiten der Kindererziehung, des Sozialleistungsbezugs und der Pflege.
