Frankfurt (sth). Seit Jahren ist die Zahl deutscher Ruheständlerinnen und -ständler, die sich ihre gesetzliche Rente ins Ausland zahlen lassen, stabil – mit leicht steigender Tendenz. Mehr als 251.000 Renten zahlte die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Ende 2021 an Berechtigte mit deutschem Pass aus, die heute jenseits der Grenze wohnen. Auch die Zahl ausländischer Bezieherinnen und Bezieher einer deutschen Rente jenseits der hiesigen Grenzen ist seit Jahren etwa gleich hoch – zuletzt lag sie knapp unter der 1,5-Millionen-Grenze.
Angesichts dieser scheinbar gleichbleibenden Tendenz ist es bemerkenswert, dass sich von den neu in den Ruhestand tretenden Rentnerinnen und Rentnern immer weniger ihre Altersbezüge in andere Länder überweisen lassen. Wie aus DRV-Daten hervorgeht, die ihre-vorsorge.de vorliegen, flossen 2020 nur noch etwa 5.800 der erstmals an Deutsche gezahlten Renten ins Ausland. Im Jahr zuvor waren es noch knapp 200 Auslandsüberweisungen mehr, im Jahr 2010 noch rund 9.000.
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56.000 Ausländer gingen 2020 hierzulande in Rente – 2010 noch 91.000
Eine ähnliche Entwicklung stellten die Renten-Statistiker bei Menschen ohne deutschen Pass fest, die sich ihre erstmals gezahlte deutsche Rente in ihr Herkunftsland oder in einen anderen Staat überweisen ließen. Hier sank die Zahl 2020 gegenüber dem Vorjahr um etwa 1.100 auf 54.600; gegenüber dem Jahr 2010 – damals wurden fast 90.000 Neurenten bewilligt – war sie sogar um fast 35.000 oder rund 38 Prozent rückläufig. Ein Trend, den auch Daten des Statistische Bundesamts bestätigen: 2020 zogen demnach nur noch etwa 746.000 Ausländerinnen und Ausländer aus Deutschland fort, 2016 waren es noch fast 1,1 Millionen.
Die größten Gruppen unter den ausländischen Rentnern, die 2020 ihre ersten deutschen Renten ausgezahlt bekamen, waren nach DRV-Angaben Türken und Italiener mit jeweils mehr als 26.000. Auch knapp 19.000 Menschen aus den Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien erhielten erstmals die ihnen zustehende Rente. Vergleichsweise wenige neue Renten flossen demnach dagegen an Zuwanderer aus Belgien und Kanada: Von ihnen fielen im vorvergangenen Jahr nur 1.326 (Belgier) und 924 (Kanadier) in die Rubrik „Rentenzugang“.
