Nürnberg (sth). Auf dem deutschen Arbeitsmarkt finden immer mehr Beschäftigte auch über das 65. Lebensjahr hinaus eine sozialversicherungspflichtige Arbeit – und erreichen damit mindestens das abschlagsfreie reguläre Rentenalter. Nach den jüngsten verfügbaren Daten der Bundesagentur für Arbeit zahlten im September 2018 fast 340.000 Arbeitnehmer auch über die frühere einheitliche Regelaltersgrenze hinaus Sozialbeiträge und steigerten damit ihre Rentenansprüche. Rund 91.000 davon beendeten der amtlichen Statistik zufolge bei Erreichen der persönlichen Regelaltersgrenze das Arbeitsleben.
Auch bei den 60- bis 64-Jährigen setzt sich der Beschäftigtenzuwachs – trotz der abgesenkten Altersgrenze für Arbeitnehmer mit mindestens 45 Beitragsjahren – seit Ende 2015 wieder verstärkt fort. Im dritten Quartal des Jahres 2018 registrierten die Statistiker in dieser Altersgruppe mit 2,33 Millionen Beschäftigten über 45.000 Versicherungspflichtige mehr als im Vorquartal. Im Vorquartal hatte es bei den über 60-Jährigen noch einen Zuwachs von mehr als 62.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gegeben.
Diese Zahlen decken sich mit Beobachtungen der Deutschen Rentenversicherung zum Renteneintrittsverhalten. So nehmen seit Beginn des Jahrzehnts immer weniger Arbeitnehmer Abschläge auf ihre Rente in Kauf, um vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden zu können. 2011 gingen noch 48,2 Prozent der Neurentnerinnen und -rentner vor ihrer Regelaltersgrenze in Rente – im Durchschnitt rund drei Jahre früher. Im Jahr stiegen 2018 nur noch 22,9 Prozent der Beschäftigten vorzeitig aus dem Job aus – durchschnittlich zwei Jahre und zwei Monate vor der persönlichen Altersgrenze.
Studie der Bundesagentur für Arbeit über die Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer (pdf)
