Insbesondere bei Frauen sind den neuen Zahlen der Rentenversicherung zufolge psychische Störungen der Hauptgrund für eine Frührente. Etwa 39.400 weibliche Versicherte mussten im vergangenen Jahr wegen "Kopf-Problemen" ihren Beruf an den Nagel hängen. Damit erhielten 47,8 Prozent der Frauen, die neu eine Erwerbsminderungsrente zugesprochen bekamen, diese aus psychischen Gründen. Von den Männern war zwar "nur" gut jeder Dritte (35,3 Prozent) wegen der Psyche vorzeitig nicht mehr arbeitsfähig. Ein erheblich größerer Teil als bei den Frauen konnte aber wegen einer Suchterkrankung nicht mehr weiter arbeiten.
Krankheiten des Nervensystems (7,3 Prozent), zerebrovaskuläre Erkrankungen (4,5 Prozent) sowie Krankheiten des Verdauungs- und des Atmungssystems (jeweils knapp 3,5 Prozent) spielten als Gründe für Erwerbsminderung eine vergleichsweise kleine Rolle. Zu den zerebrovaskulären Erkrankungen zählt eine Gruppe von Erkrankungen, die die Blutgefäße des Gehirns betreffen. Insgesamt bekamen nach den Daten der Rentenversicherung im vergangenen Jahr etwa 161.500 ehemals Beschäftigte erstmals eine Erwerbsminderungsrente gezahlt – knapp 6.500 weniger als im Jahr zuvor.
Pfad zu den Daten der Deutschen Rentenversicherung zu den Hauptursachen von Erwerbsminderungsrenten im Jahr 2019
