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Lebenserwartung: Jähes Ende des steten Anstiegs

Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung: In 28 von 30 Ländern ging die durchschnittliche Lebensdauer durch Covid-19 zurück.

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Menschenmenge in einer Einkaufsstraße in Köln. Bild: IMAGO / Future Image

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Rostock (sth). Der seit Jahrzehnten in vielen Ländern der Welt beobachtete dauerhafte Anstieg der allgemeinen Lebenserwartung ist 2020 erstmals gebremst worden. Das geht aus der Studie eines internationalen Forscherteams hervor, an der auch Wissenschaftlerinnen und Forscher des Rostocker Max-Planck-Instituts (MPI) für demografische Forschung beteiligt waren. Demnach sei im ersten Jahr der Corona-Pandemie lediglich für Frauen in Finnland sowie für beide Geschlechter in Dänemark und Norwegen noch eine weitere Zunahme der Lebenserwartung zu verzeichnen gewesen, heißt es in einer deutschen Zusammenfassung der Studie. „Alle anderen Länder aber sehen teils dramatische Rückgänge.” Die Studie könnte auch die Debatte über eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters befeuern.

Am stärksten rückläufig war die Lebenserwartung laut der Untersuchung „in den USA sowie in Russland und Bulgarien, wo die durchschnittliche Lebensdauer innerhalb eines Jahres um 2 bzw. um 1,75 und 1,45 Jahre zurückging”, schreiben die Rostocker Wissenschaftler. „Aber auch in neun weiteren Ländern verloren Männer und Frauen zusammen mehr als ein Jahr an Lebenszeit”. Zurückzuführen seien die Einbrüche auf eine veränderte Sterblichkeit in den höheren Altersgruppen. „Schließlich waren es vor allem über 60-Jährige, die an Covid-19 starben”, heißt es in dem Papier. 

Etwas anderer Trend in Deutschland

Einen etwas anderen Trend stellten die Demografie-Experten im Untersuchungszeitraum in Deutschland fest. Zwar seien auch hierzulande im Vergleich zu 2019 mehr Menschen an Covid-19 gestorben als an anderen Todesursachen, heißt es in der Studien-Zusammenfassung. „Zusammengenommen verloren Männer in Deutschland gut vier Monate, Frauen zweieinhalb Monate an durchschnittlicher Lebensdauer”. Damit gehöre Deutschland unter den untersuchten Ländern jedoch „zu jenen, die 2020 eher glimpflich davongekommen sind”. Zusammen mit Griechenland und Estland seien hierzulande „die geringsten Rückgänge in der Lebenserwartung” festgestellt worden, schreiben die Forscher.

Österreich wiederum finde sich wie Schweden im Mittelfeld der Stude wieder, so das Rostocker MPI. Beide gehörten „dennoch zu jenen Ländern, die im Jahr 2020 bei der Lebenserwartung die größten Verluste seit 1950 erlebt haben”. Dies gelte auch für Spanien, England, Italien, Belgien, Frankreich und die Niederlande, stellte das Wissenschaftler-Team fest. „Für viele osteuropäische Staaten ist es hingegen oft der stärkste Einbruch seit dem Zerfall des Ostblocks.” So beobachteten die Forscher einen Rückgang der allgemeinen Lebenserwartung von eineinhalb Jahren und mehr unter anderem für Männer in Russland, Litauen, Bulgarien und Polen sowie für Frauen in Russland. 

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