Berlin (sth). Etwas mehr als 250.000 Rentnerinnen und Rentner haben Ende 2022 gesetzliche Alterseinkünfte von mehr als 2400 Euro netto im Monat bezogen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten und Rentenexperten Matthias W. Birkwald hervor. Allerdings verteilten sich Renten in dieser deutlich überdurchschnittlichen Höhe den Angaben zufolge sehr ungleich: Während 214.000 oder 3,6 Prozent der Männer in den alten Bundesländern jeden Monat Überweisungen der Rentenversicherung von mehr als 2400 Euro auf ihrem Konto vorfanden, waren es unter den Frauen im Westen und Osten nur jeweils 0,2 Prozent (etwa 18.000 Frauen in den alten und rund 4600 in den neuen Ländern).
Nochmals fast um die Hälfte kleiner ist laut BMAS die Zahl der Rentenbeziehenden, die eine Nettorente von mehr als 2500 Euro im Monat beziehen. Etwa 122.000 Männer im Westen und 11.500 im Osten Deutschlands bekamen demnach Ende 2022 eine Rente in dieser Höhe überwiesen. Sie entspricht einem Bruttorenten-Anspruch von mehr als 2800 Euro. Frauen kassierten Renten in vergleichbarer Höhe deutlich seltener: Nur etwa 10.000 Rentnerinnen in den alten und rund 2.200 in den neuen Ländern erhielten monatliche Nettobezüge von mehr als 2500 Euro.
Erneut deutlich weniger Rentnerinnen und Rentner bekommen Renten von etwa 3000 Euro. Wie aus dem aktuellen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervorgeht, hatten Ende vergangenen Jahres bundesweit nur 65 Rentner - ausschließlich Männer - mindestens 50 Versicherungsjahre auf dem Rentenkonto gesammelt, in denen sie durchschnittlich mehr als 1,8 Entgeltpunkte pro Jahr erzielten – insgesamt also über 90 Entgeltpunkte. Das entsprach Ende 2022 einem Nettorenten-Anspruch von knapp 2900 Euro in den alten und rund 2850 Euro in den neuen Ländern. Ein (1,0) Entgeltpunkt ist der Rentenanspruch, den Durchschnittsverdiener mit einem Jahresverdienst von derzeit etwa 43.100 Euro durch ein Jahr Zahlung von Rentenbeiträgen erzielen.
