Berlin (sth). Die Altersrenten von Frauen, die Kinder erzogen haben, sind seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts stark gestiegen. Zwischen 2010 und 2022 wuchsen die monatlichen Netto-Alterseinkünfte von Müttern mit einem Kind von durchschnittlich 582 Euro auf 907 Euro, die Renten von Frauen mit zwei Kindern kletterten im gleichen Zeitraum von 519 Euro auf 857 Euro. Das geht aus der Antwort des Bundessozialministeriums (BMAS) auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Sebastian Münzenmaier hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegt. Rentnerinnen mit drei Kindern bekamen demnach im Vorjahr im Schnitt monatlich 808 Euro statt 467 Euro im Jahr 2010 ausgezahlt, Frauen mit vier Kindern bekamen 826 Euro statt 445 Euro überwiesen.
Ursache für das erhebliche Rentenwachstum sei „neben der gestiegenen Erwerbstätigkeit insbesondere auch die verbesserte Anrechnung von Kindererziehungsleistungen für vor 1992 geborene Kinder”, heißt es in der Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin beim BMAS, Kerstin Griese, auf die Abgeordnetenfrage. Ab Anfang 2014 wurde die Erziehung eines vor 1992 geborenen Kindes durch die „Mütterrente I” in der Monatsrente mit zwei statt zuvor einem Entgeltpunkt berücksichtigt, ab Januar 2019 durch die „Mütterrente II" mit 2,5 Entgeltpunkten. Mütter von Kindern, die nach 1991 geboren wurden, bekommen pro Kind drei Entgeltpunkte gutgeschrieben. Ein Entgeltpunkt steigert die monatliche Rente seit Juli dieses Jahres um 37,60 Euro (brutto).
Die Anfang des vergangenen Jahrzehnts noch sehr großen Unterschiede bei den durchschnittlichen Netto-Altersrenten von Frauen und Männern mit Kindererziehungszeiten einerseits und Menschen ohne Kinder andererseits hätten sich durch die verbesserte Anrechnung der Kindererziehungsarbeit – vor allem bei den Frauen – „deutlich verringert”, betont das BMAS.
