Berlin (dpa/sth). Der Vorschlag zur Anhebung des Renteneintrittsalters stößt bei mehreren Partei-Jugendorganisationen auf Kritik. "Das Rentenalter immer weiter anheben zu wollen, ist zutiefst ungerecht und führt zu einer Anhebungsspirale, an deren Ende das Arbeiten bis zum Tod steht. Dagegen stellen wir uns als Jusos vehement und fordern Generationengerechtigkeit ein», sagte die Chefin der Jusos, Jessica Rosenthal, der "Welt". Der Bundessprecher der Grünen Jugend, Georg Kurz, sagte, gute Löhne und gute Renten seien kein Widerspruch, es sei genug für alle da. "Alle Generation haben das gemeinsame Anliegen, Reichtum so zu verteilen, dass es für alle reicht und sich nicht bei einigen Wenigen anhäuft."
Jens Teutrine von den Jungen Liberalen kritisierte in der Zeitung, ein neues starres Eintrittsalter in die Rente widerspreche nicht nur den individuellen Arbeitsbiografien, sondern löse darüber hinaus nicht einmal die Probleme des Rentensystems. Seine Organisation befürworte die Einführung einer gesetzlichen Aktienrente nach schwedischem Vorbild, ein flexibles Renteneintrittsalter und ein Ende der doppelten Besteuerung von Renten.
Der Vorsitzende der Jungen Alternative für Deutschland, Carlo Clemens, lehnte ein "pauschal für alle festgelegtes Renteneintrittsalter" ab, "da Berufsbiografien und die gesundheitlichen Folgen von Erwerbstätigkeiten zu unterschiedlich sind". Charlie Birner aus dem Bundesvorstand der Linksjugend Solid forderte eine gesetzliche Mindestrente, die auch berücksichtige, dass Senioren oft hohe Ausgaben im Bereich Gesundheit hätten. Zuletzt war erneut eine Diskussion über ein höheres Renteneintrittsalter entbrannt, nachdem Berater des Wirtschaftsministeriums eine Anhebung auf 68 Jahre vorgeschlagen hatten. Derzeit gilt ein stufenweiser Anstieg des Eintrittsalters auf 67.
