Berlin/Frankfurt am Main (iaq/sth). Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung (gRV) und der Kostenanteil der gRV an der deutschen Wirtschaftsleistung („Bruttoinlandsprodukt“) ist seit Jahrzehnten weitgehend stabil. Das geht aus einer aktuellen Infografik des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hervor. Demnach ist eine Krise des deutschen Rentensystems trotz des demografischen Wandels und des anstehenden Renteneintritts der geburtenstarken Jahrgänge „weit und breit nicht erkennbar“.
„Von entscheidender Bedeutung” für die bemerkenswerte Stabilität der gRV seien die im Laufe der Zeit erfolgten „Begrenzungen der Ausgaben”, erläutern die IAQ-Rentenfachleute. So seien durch mehrere Reformen die Leistungen der Rentenversicherung „beschnitten, Rentenabschläge eingeführt, vorzeitige Renteneintritte abgeschafft und vor allem Maßnahmen zur schrittweisen Absenkung des Rentenniveaus eingeleitet“ worden, heißt es in der Infografik. Derzeit diskutieren die Arbeitsgruppen von Union und SPD im Zuge ihrer Koalitionsverhandlungen unter anderem, ob das seit mehreren Jahren bei etwa 48 Prozent liegende Rentenniveau auch in den kommenden Jahren stabil bleiben kann.
Auch der dank wachsender Beschäftigung stabile Beitragssatz habe in der gRV für positive Effekte gesorgt, erklärt die Grafik. So habe die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu steigenden Beitragseinnahmen der Rentenversicherung geführt: „Seit dem Jahr 2005 steigt die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und damit auch die Zahl derjenigen, die in die Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und die Einnahmeseite stärken“, schreibt das IAQ. Und ergänzt: „Daher sind es nicht – wie oftmals in der Diskussion verkürzt dargestellt – allein die demografischen Daten …, die die Finanzlage der umlagebasierten Rentenversicherung bestimmen.”
