Berlin/Frankfurt am Main (sth). Die Ausgaben für die gesetzliche Rentenversicherung haben im vergangenen Jahr erneut den größten Kostenblock unter den Sozialleistungen in Deutschland ausgemacht. Das geht aus dem jetzt vom Bundesarbeitsministerium (BMAS) veröffentlichten Sozialbudget 2022 hervor. Der 40-seitigen Übersicht zufolge zahlten Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund insgesamt geschätzt etwa 364,8 Milliarden Euro an die Kassen der 16 gesetzlichen Rentenversicherer – rund 13,1 Milliarden Euro mehr als 2021. Damit machten die Rentenausgaben rund 29,7 Prozent aller Sozialausgaben des Staates im vergangenen Jahr aus.
Seit 1991 Jahren sind die Sozialausgaben den Angaben zufolge um das Dreifache gestiegen. Allerdings ist in dieser Zeit auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) deutlich gewachsen – von 1585,8 Milliarden auf 3869,9 Milliarden Euro im Jahr 2022. Insgesamt gaben der Bund und die Sozialleistungsträger laut BMAS im vergangenen Jahr 30,5 Prozent des BIP für Soziales aus (-1,5 Prozentpunkte gegenüber 2021). Im Jahr nach der Wiedervereinigung lag die sogenannte Sozialleistungsquote bei etwa 25 Prozent vom BIP.
Seit 1991 bewegt sich diese Quote zwischen etwa 25 und knapp 33 Prozent – mit einem deutlichen Ausschlag nach oben im Jahr 2009 aufgrund der Weltfinanzkrise (30,8 Prozent) und in den Jahren 2020 und 2021 infolge der Corona-Pandemie (32,8 und 32,0 Prozent).
