Berlin/Frankfurt (sth). Der wirtschaftliche Wiederaufschwung ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie schlägt sich auch in den jetzt veröffentlichten ersten Versichertenzahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) für 2021 nieder. Demnach registrierten die 16 gesetzlichen Rentenkassen am Ende des vorvergangenen Jahres rund 39,2 Millionen Versicherte – etwa 174.000 mehr als Ende 2020. Im ersten Pandemie-Jahr war die Versichertenzahl konjunkturbedingt erstmals seit 2007 wieder leicht gesunken. In den zwölf Jahren vor Pandemiebeginn hatten die Rentenversicherer einen kontinuierlichen Anstieg der Zahl sogenannter aktiv Versicherter gezählt – von 35 Millionen Ende 2007 bis zu 39,1 Millionen im Dezember 2019.
Die Zahl der Pflichtversicherten – dazu gehören neben rentenversicherten Erwerbstätigen vor allem erziehende Elternteile in den ersten drei Jahren nach der Geburt eines Kindes, Bezieher von Arbeitslosengeld und häuslich pflegende Angehörige von Pflegebedürftigen – kletterte den DRV-Angaben zufolge im Jahr 2021 um knapp 350.000 auf nahezu 34,7 Millionen. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern („Beschäftigte“) ermittelte die DRV gegenüber dem Vorjahr ein Plus von etwa 540.000 auf knapp 32,6 Millionen, gegenüber 2011 waren es rund fünf Millionen mehr.
Wenig Bewegung bei den passiv Versicherten
Auch bei der Zahl der „passiv Versicherte“ stellten die DRV-Statistiker einen leichten Aufwärtstrend fest. Demnach wurden auf den Versicherungskonten von 17,8 Millionen Frauen und Männern im Jahr 2021 keine Bewegungen ermittelt, die im Alter oder bei Erwerbsminderung einen höheren Rentenanspruch als im Vorjahr zur Folge hätten. 2019 und 2020 waren noch 17,6 bzw. 17,7 Millionen passiv Versicherte registriert worden. Während bei den aktiv Versicherten in den vergangenen 14 Jahren mit Ausnahme des „Corona-Jahrs“ 2020 eine kontinuierliche Steigerung festzustellen war, zeigt sich bei den passiv Versicherten in den vergangenen 25 Jahren insgesamt nur sehr wenig Bewegung.
Die gestiegene Zahl der aktiv Versicherten führte 2021 auch wieder zu einem größeren Wachstum der DRV-Beitragseinnahmen. So flossen im vorvergangenen Jahr mit etwa 262,1 Milliarden Euro nahezu zehn Milliarden Euro mehr in die Rentenkassen als 2020. In diesem Jahr nahmen die Rentenversicherer mit knapp 4,7 Milliarden Euro allerdings auch fast 1,3 Milliarden Euro mehr Pflichtbeiträge von der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Rentenbeiträge von Arbeitslosen ein als im Vorjahr. 2021 gingen die BA-Zahlungen aufgrund des Arbeitsmarktaufschwungs wieder um mehr als 400 Millionen Euro zurück.
