Berlin/Frankfurt (sth). Die Deutsche Rentenversicherung erlebt offenbar einen Boom bei den Sonderbeiträgen, mit denen Beschäftigte die bei einem vorzeitigen Rentenbeginn anfallenden Abschläge im Voraus ausgleichen können. Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ stiegen die zusätzlichen Einzahlungen von Versicherten in die 16 gesetzlichen Rentenkassen zwischen Januar und Oktober gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 25 Prozent – von 480 Millionen auf nun 600 Millionen Euro. Diese Zahlen wurden am Rande der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund, des größten deutschen Rentenversicherungsträgers, am Donnerstag in Berlin bekannt.
Insgesamt wurden 2021 dem Bericht zufolge rund 752 Millionen Euro als Sonderbeiträge an die Rentenversicherung überwiesen. Fünf Jahre zuvor seien es erst 86 Millionen Euro gewesen. „Ein Grund für den Anstieg der Beiträge in diesem Jahr wird wohl sein, dass Versicherte noch von günstigeren Rahmenbedingungen beim Ausgleich von Abschlägen profitieren können, wenn sie sich bis zum Jahresende für eine Sonderzahlung entscheiden“, zitiert die Zeitung Christian Amsinck, den ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden der DRV Bund. Ab 2023 steigen die Kosten für Sonderbeiträge wegen des nach der ersten Pandemie-Phase wieder gestiegenen Durchschnittsverdiensts der versicherungspflichtigen Beschäftigten um rund 11 Prozent.
Haushalt 2023 umfasst 174 Milliarden Euro
Die Vertreterversammlung der DRV Bund - das wichtigste Selbstverwaltungsorgan des Rentenversicherungsträgers – verabschiedete zudem den Haushalt für das Jahr 2023. Dieser umfasst nach eigenen Angaben Gesamteinnahmen und -ausgaben von 174 Milliarden Euro. Die Einnahmen werden demnach mit insgesamt 170,7 Milliarden Euro veranschlagt. Hiervon entfallen 125,6 Milliarden Euro auf Beitragseinnahmen und 37,8 Milliarden Euro auf Zuschüsse des Bundes. 149,9 Milliarden Euro sind für Renten und ähnliche Leistungen eingeplant. Die für die Krankenversicherung von Rentnern zu leistenden Aufwendungen werden für 2023 mit insgesamt rund 12,1 Milliarden Euro veranschlagt.
Für Rehabilitationsleistungen sind bei der DRV Bund im kommenden Jahr insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro vorgesehen. Davon sind rund 218 Millionen Euro für Leistungen zur Prävention, Kinderrehabilitation und Nachsorge bestimmt. Das sind rund 13,5 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Für Verwaltungs- und Verfahrenskosten werden rund 2,4 Milliarden Euro veranschlagt. „Bezogen auf die gesamten Ausgaben entsprechen die Verwaltungs- und Verfahrenskosten lediglich 1,4 Prozent des Ausgabevolumens“, heißt es in einer Mitteilung des Rentenversicherers.
