Berlin/Frankfurt am Main (sth). Unter Journalistinnen und Journalisten, die Fakten rund um die gesetzliche Rentenversicherung benötigen, gilt das kleine Heftchen seit Jahrzehnten als „Must have“. Jedes Jahr im Sommer veröffentlicht die Deutsche Rentenversicherung (DRV) ihre Daten-Sammlung „Rentenversicherung in Zahlen“ in aktualisierter Form. Auf 92 Seiten finden Fachleute und Interessierte darin die jüngsten verfügbaren, relevanten Zahlen zu Rente, Rehabilitation, der Finanzentwicklung in den Rentenkassen sowie wichtige Faustdaten zur Rente.
In der kürzlich veröffentlichten „RV in Zahlen“-Ausgabe für 2023 finden sich unter anderem interessante Trends zur Rentenhöhe langjährig Versicherter - getrennt nach Neurenten („Rentenzugang“) und Bestandsrenten. So fällt auf, dass die durchschnittliche Altersrente westdeutscher Männer und Frauen mit mindestens 35 Versicherungsjahren im Rentenbestand und -zugang inzwischen nahezu identisch hoch ist. In den neuen Ländern hinken die Zugangsrenten bei den Männern den Bestandsrenten dagegen etwas hinterher - im Gegensatz zu den Frauen-Altersrenten, die bei erstmals gezahlten Renten im vergangenen Jahr geringfügig höher ausfielen als Bestandsrenten.
Anteil langjährig versicherter Frauen im Westen deutlich gestiegen
Bemerkenswert ist auch der in den alten Bundesländern stark gestiegene Anteil von Frauen, die Anspruch auf eine „Altersrente für langjährig Versicherte” erworben haben. Kamen 1993 erst 22,5 Prozent der westdeutschen Rentnerinnen auf mindestens 35 Versicherungsjahre, waren es den neuen DRV-Daten zufolge 2022 bereits 61,8 Prozent - Tendenz: steigend. Hier schlägt sich deutlich der in den vergangenen Jahrzehnten gewachsene Anteil von Frauen in den alten Ländern nieder, die neben der - vor allem von ihnen geleisteten - Kindererziehung auch noch versicherungspflichtig gearbeitet haben.
Der weiterhin erhebliche Abstand zwischen der Rentenhöhe westdeutscher Frauen und westdeutscher Männer bleibt aber bei Rentenzugang und Rentenbestand auffällig - und bestätigt die Beobachtung von Forschenden, dass Frauen in den alten Ländern immer noch sehr viel häufiger in Teilzeit- und vergleichsweise schlecht bezahlten „Frauenberufen“ beschäftigt sind.
