Osnabrück (ots/sth). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßt den Wegfall der Hinzuverdienstgrenze für Rentner, äußert jedoch auch Kritik an den Plänen der Ampel-Regierung. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel: "Die Kombirente ist ein sinnvoller Baustein für bessere Übergänge zwischen Erwerbsleben und Rente. Die Ampel hat aber bedauerlicherweise versäumt, ein tragfähiges soziales Sicherheitsnetz für erwerbstätige Rentnerinnen und Rentner zu schaffen."
Wer neben der Rente arbeite, habe oft nicht den vollen Anspruch auf Kranken-, Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeld, kritisierte Piel. Sie fordert: "Damit könnte die Kombirente für manche zu einer Verlockung mit bösem Ausgang werden. Wer neben seiner Rente 1000 oder 2000 Euro hinzuverdient, um sein Auskommen zu verbessern, braucht ungekürzten Anspruch auf den Lohnersatz bei Krankheit, Krise oder Arbeitslosigkeit. Wenn die Regierung hier nicht nachbessert, droht Betroffenen im schlimmsten Fall der finanzielle Absturz, insbesondere, wenn sie nur über wenig Rente verfügen."
Bereits vor einigen Wochen hatte der DGB den damals noch nicht vom Bundestag beschlossenen Gesetzentwurf der Bundesregierung kritisiert. "Wenn Rentner*innen künftig neben der Rente noch deutlich hinzuverdienen, muss der Lohn auch voll sozial abgesichert sein", hieß es in einer Stellungnahme der Gewerkschaften zu den Regierungsplänen. "Dies ist aktuell nicht der Fall und die Regierung will dies schon wieder nicht ändern. Der DGB hatte dies schon bei der sogenannten Flexirente kritisiert und die Regierung aufgefordert, die Kombination aus Lohn und Rente auch sozialrechtlich vernünftig abzusichern, damit die Brückenfunktion in die Altersrente auch funktionieren kann."
