Karlsruhe (drv/sth). „Beständiger und verlässlicher Ansprechpartner für die Menschen im Land zu sein, ist der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg auch im zweiten Pandemiejahr gelungen.“ Das hob Joachim Kienzle, einer der beiden abwechselnd amtierenden („alternierenden") Vorstandvorsitzenden des südwestdeutschen Rentenversicherers, am Freitag vor der Vertreterversammlung in Karlsruhe hervor. Die Vertreterversammlung mit jeweils 15 Delegierten von Versicherten- und Arbeitgeberseite ist das „Parlament“ und wichtigste Organ der Selbstverwaltung der DRV Baden-Württemberg.
Mit Blick auf die Beratungszahlen sehe man einen „deutlichen Zuwachs im Bereich der Telefon-und Videoberatung“, sagte Kienzle. Während die Zahl der Anträge auf eine Reha-Leistung im Vergleich zum ersten Corona-Jahr 2020 unverändert geblieben sei, habe die Rentenversicherung zwischen Oberrhein und Ostalb 56 Prozent mehr Anträge auf Präventionsleistungen registriert. „Die DRV Baden-Württemberg hat frühzeitig erkannt, dass Prävention ein wichtiger Baustein ist, die Menschen möglichst lange gesund im Erwerbsleben zu halten und mit entsprechenden Angeboten hinterlegt werden muss. Ein Pfund, dass sich nun zunehmend auszahlt“, betonte Kienzle mit Blick auf den Geschäftsbericht 2021. Der alternierende Vorstandsvorsitzende warnte zugleich die Ampelkoalition in Berlin davor, die Rentenpolitik auf die – aktuell sehr hohe – Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung zu reduzieren.
Stabile Finanzlage
Der Erste Direktor der DRV Baden-Württemberg Andreas Schwarz stellte fest: „Wir schließen das Geschäftsjahr 2021 mit einem positiven Wert in Höhe von rund 126,7 Millionen Euro und einer Nachhaltigkeitsrücklage von rund 2,8 Milliarden Euro ab.“ Der regionale Rentenversicherer des Landes habe wirtschaftlich und vor allem nachhaltig gearbeitet. „Es ist unsere Aufgabe in der öffentlichen Verwaltung alle Möglichkeiten hin zu mehr Nachhaltigkeit auszuschöpfen“, verdeutlichte Schwarz die Rolle seines Hauses, „denn der Generationenvertrag in unserem Verständnis umfasst mehr als die Sicherheit der Rente für Generationen. Nicht nur durch den Verzicht auf Papier, die konsequente Einführung der digitalen Akte und den Ausbau von Online-Diensten leistet die DRV Baden-Württemberg einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz."
Auch habe man dank klimafreundlicher Bauweise und Techniken beim Stuttgarter Neubau den Verbrauch an Heizenergie nahezu halbieren können, zudem den Stromverbrauch um 40 Prozent und den Wasserverbrauch sogar um 58 Prozent reduziert. „Weitere Sanierungsmaßnahmen der Dienstgebäude und der Einsatz von Photovoltaik, wo es möglich ist, sind in Planung“, sagt Andreas Schwarz. Vor dem Hintergrund der Klimaziele spiele der gesamte energetische Fußabdruck der Gebäude die entscheidende Rolle.
Auftakt zur Sozialwahl 2023
„Ohne die Ehrenamtlichen, die sich in der Selbstverwaltung engagieren – sei es im Vorstand, in der Vertreterversammlung, in den Ausschüssen oder auch als Helfer in der Nachbarschaft als Versichertenberatende – wäre die gesetzliche Rentenversicherung um eine wichtige Facette ärmer“, ist sich Hans-Michael Diwisch, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung, sicher. Er ehrte einzelne Personen für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Selbstverwaltung der DRV Baden-Württemberg.
Zudem stand die Vertreterversammlung auch im Zeichen des Auftaktes zur Sozialwahl 2023. Peter Weiß, Bundeswahlbeauftragter für die Sozialversicherungswahlen, betonte in seinem Grußwort die Gestaltungsmöglichkeiten als Ehrenamtlicher in der Selbstverwaltung: „Das Ehrenamt braucht die Generationenvielfalt in ihren Reihen, damit das Wirken passgenau für die bleibt, die Unterstützung brauchen.“
