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„Vom Äquivalenzprinzip abrücken“

Ex-Wirtschaftsweiser und Rentenexperte Bert Rürup fordert Abkehr von der strikten Ausrichtung der Renten nach gezahlten Beiträgen.

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Das Bild zeigt Prof. Dr. Bert Rürup (Bild: IMAGO / IPON)

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Berlin (sth). Für eine Abkehr vom Äquivalenzprinzip in der gesetzlichen Rentenversicherung hat sich der ehemalige Vorsitzende der fünf "Wirtschaftsweisen" und Rentenexperte Bert Rürup ausgesprochen. Zur Begründung schreibt Rürup in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt", durch eine gezielte "Umverteilung von oben nach unten" könnten die von Altersarmut besonders bedrohten Gruppen wie Langzeitarbeitslose, Teilzeitbeschäftigte oder Zuwanderer besser abgesichert werden. Das in Deutschland sehr strikt umgesetzte Äquivalenzprinzip besagt, dass sich die Rentenhöhe im Alter nach der Höhe der im Erwerbsleben gezahlten Rentenbeiträge richtet. Auch die vom Staat gezahlten Beiträge für Kindererziehungszeiten erhöhen die spätere Rente.

Die Auflösung des Äquivalenzprinzips wäre nach Ansicht Rürups besser zum Schutz vor zunehmender Altersarmut geeignet als die von linken Parteien und Verbänden geforderte Anhebung des Rentenniveaus oder die von den Wirtschaftsliberalen Friedrich Merz (CDU) und Christian Lindnder (FDP) geplante Förderung des Aktiensparens. Beide Forderungen seien wegen der damit verbundenen unerwünschten Verteilungswirkungen und der weiteren Begünstigung bestimmter Klientelgruppen "Irrwege", schreibt der Wirtschaftswissenschaftler, der zeitweilig auch Vorsitzender des Soziabeirats der Bundesregierung war. "Das Risiko der Altersarmut kann so nicht gesenkt werden."

Erste Schritte in die richtige Richtung waren laut Rürup die Ansätze der früheren Sozialministerinnen Ursula von der Leyen (CDU) und Andrea Nahles (SPD) zu einer Lebensleistungs- oder Solidarrente. Nach diesen Plänen sollen Menschen, die langjährig im Niedriglohnbereich gearbeitet haben, eine aus Steuermitteln aufgestockte Rente oberhalb des Existenzminimums erhalten. Ein umfassenderer und zielgenauerer Ansatz wäre nach Ansicht des Darmstädter Ökonomen allerdings die von internationalen Institutionen geforderte und in vielen Ländern bereits praktizierte stärkere Ausrichtung des deutchen Rentensystems am Ziel der Armutsvermeidung. Dazu sei es sinnvoll, das "strikte Äquivalenzprinzip aufzugeben", schreibt Rürup. 

Mehr zum Thema:

www.handelsblatt.com

Link zum Gastbeitrag von Prof. Bert Rürup im "Handelsblatt" zum Äquivalenzprinzip

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