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Wegfall der Frauenaltersrente: Gemischte Bilanz

Laut einer DIW-Studie verschieben viele erwerbstätige Frauen jetzt den Rentenbeginn, Arbeitslose müssen aber länger auf die Rente warten.

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Zwei Frauen schauen ernst zusammen auf einen Computerbildschirm. Bild: IMAGO / Shotshop / Gernot Krautberger

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Berlin (diw/sth). Der Wegfall der speziellen "Altersrente für Frauen" für nach 1951 geborene weibliche Versicherte führt bei berufstätigen Frauen zum erwünschten späteren Rentenbeginn, hilft arbeitslosen und anderen nicht erwerbstätigen Frauen aber nicht. Diese gemischte Bilanz zieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. "Viele berufstätige Frauen haben Ihren Rentenzugang verschoben. Insofern war die Reform erfolgreich: Erwerbstätige Frauen bleiben länger erwerbstätig", sagte einer der Autoren, Johannes Geyer, bei der Vorstellung der Studie. Für arbeitslose oder nichterwerbstätige Frauen verlängere sich dagegen wegen der Reform "nur die Zeit bis zum Renteneintritt ohne eine Chance auf Wiederbeschäftigung".  

Wegen der bereits Ende der 1990er-Jahre beschlossenen Reform können Frauen seit einigen Jahren nicht mehr – wenn auch mit Abschlägen – mit 60 Jahren in Rente gehen, sondern frühestens mit 63. Nur bei gesundheitlichen Einschränkungen ist noch ein früherer Rentenzugang möglich. Die DIW-Wirtschaftsforscher Johannes Geyer, Peter Haan, Anna Hammerschmid und Clara Welteke verglichen für ihre Studie die Erwerbsquoten und den Rentenzugang von Frauen der Geburtsjahrgänge unmittelbar vor und nach der Reform. 

Erster Jahrgang mit höherer Altersgrenze arbeitete deutlich länger

Anhand von Versicherungsbiografien aus den Daten der Deutschen Rentenversicherung stellten die Wissenschaftler fest, dass die Erwerbsquote der Frauen des Jahrgangs 1952 insgesamt um acht Prozentpunkte gestiegen ist und im Alter ab 60 Jahren bei gut 39 Prozent stabil blieb; dagegen sei sie bei Frauen des Jahrgangs 1951 – die letztmals noch mit 60 in Rente gehen konnten – von 35,5 Prozent auf gut 30 Prozent gesunken. Die Beschäftigungseffekte seien aber auch "auf den boomenden Arbeitsmarkt zurückzuführen und wären bei einer schlechteren konjunkturellen Lage vermutlich nicht so hoch ausgefallen", heißt es in der Studie.

Eine zentrale Rolle für die Beschäftigungswirkungen der Reform spielte demnach der Bildungsabschluss: Bei Frauen mit einem hohen Bildungsabschluss habe insbesondere die Erwerbstätigkeit zugenommen; "sie kompensierten den aufgeschobenen Renteneintritt zu mehr als 70 Prozent durch eine Verlängerung ihrer Erwerbstätigkeit", so das DIW. Frauen mit niedrigerem Bildungsabschluss hätten dies nur zu knapp 50 Prozent getan.

Für künftige Reformen der Altersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung empfahl DIW-Forscher Johannes Geyer, auf eine längere Anpassungszeit zu achten und die berufliche Wiedereingliederung von älteren Arbeitnehmern mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Mehr zum Thema:

www.diw.de

Link zur DIW-Studie über die Folgen der Abschaffung der Altersrente für Frauen (im pdf-Format)

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