Ihre-Vorsorge Logo

Bei jedem dritten pflegenden Angehörigen leidet die Psyche

Beim Waschen helfen, Arzttermine organisieren, immer ein offenes Ohr haben: Wer einen Angehörigen pflegt, leistet ganz schön viel. Eine Umfrage zeigt, wie stark das an die Substanz gehen kann.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Sohn sitzt am Bett seiner pflegebedürftigen Mutter. Bild: IMAGO / photothek / Ute Grabowsky

© Nicht definiert

Berlin (dpa/tmn). Feierabend, Leerlauf, Wochenenden ohne Verpflichtungen: All das kennen viele pflegebedürftige Angehörige nicht. Wer Elternteil, Partner oder das eigene Kind pflegt, hat gefühlt immer Aufgaben auf der Liste - und oft auch Sorgen im Kopf. Mit Folgen: Die Hälfte der pflegenden Angehörigen in Deutschland (50 Prozent) fühlt sich im Pflegealltag häufig erschöpft. Das zeigt eine Yougov-Umfrage im Auftrag der Unternehmen Doctolib und Pflege ABC, für die 1.026 pflegende Angehörige ab 25 Jahren befragt wurden. Die Umfrage ist repräsentativ für die pflegenden Angehörigen in dieser Altersgruppe in Deutschland.

Auch Überforderung ist ein Gefühl, das viele pflegende Angehörige gut kennen (36 Prozent). Bei 26 Prozent von ihnen ist zudem die Angst präsent, bei der Pflege Fehler zu machen. 27 Prozent der Befragten schildern aber auch Dankbarkeit als häufiges Gefühl im Pflegealltag, 17 Prozent sind stolz.

Ein Drittel berichtet von psychischen Beschwerden

Der Rücken schmerzt vom Heben oder Stützen. Der Kopf kommt einfach nicht zur Ruhe: Ein Teil der pflegenden Angehörigen berichtet, dass die Pflegetätigkeit auf ihre Gesundheit schlägt. 32 Prozent berichten von psychischen Beschwerden, 22 Prozent von körperlichen Beschwerden. 

Zeit, sich um sich selbst zu kümmern, ist für pflegende Angehörige aber oft Mangelware. Denn die Pflege eines Angehörigen ist zeitintensiv. So gibt ein Viertel der Befragten an, mehr als 21 Stunden pro Woche in die Pflege zu investieren. Unter den befragten Frauen ist der Anteil (27 Prozent) dabei höher als unter den Männern (21 Prozent). 

Und dann ist da oft noch der zweite Job: 30 Prozent der pflegenden Angehörigen geben an, in Vollzeit einem Beruf nachzugehen, 16 Prozent arbeiten in Teilzeit. 33 Prozent sind bereits im Ruhestand. Manchmal bleibt hingegen nur eine Lösung: den Job für die Pflege aufgeben. 7 Prozent der Befragten haben das getan. Bei all dem Einsatz von emotionalen Ressourcen und Zeit: Nur 14 Prozent haben das Gefühl, dass pflegende Angehörige in der Gesellschaft ausreichend gesehen und anerkannt werden. 

Was pflegenden Angehörigen Entlastung bringt 

Wie besser umgehen mit den Belastungen, die die Pflege eines nahestehenden Menschen mit sich bringen? Laut dem Informationsportal “Gesund.bund.de” können unter anderem diese Dinge helfen. 

  1. Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen - zum Beispiel in Selbsthilfegruppen.
  2. Schulungen und Pflegekurse: Hier können pflegenden Angehörige unter anderem lernen, wie sich Pflegebedürftige möglichst rückenschonend stützen und heben können und so körperlichen Problemen vorbeugen.
  3. Pflegeberatung nutzen, etwa in einem Pflegestützpunkt in der Nähe: Hier können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erfahren, welche Leistungen der Pflegeversicherung Entlastung bringen können.

Die Umfrage ist repräsentativ für die pflegenden Angehörigen in dieser Altersgruppe in Deutschland.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Lichtblick beim Wohnungsbau: Erneut wurden mehr Wohnungen in Deutschland bewilligt, seit Jahresanfang steht ein kräftiges Plus. Für Bauherren gibt es allerdings neue Hürden.

Time
2 Minuten

Ein Nebenjob hat in erster Linie meist nichts mit dem Arbeitgeber vom Hauptjob zu tun. Doch das heißt nicht, dass dieser gar kein Mitspracherecht hat.

Time
2 Minuten

Der Arbeitgeber stellt als Firmenwagen ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug zur Verfügung. Aber wie können sich Arbeitnehmer die Ausgaben erstatten lassen, wenn sie auf eigene Kosten laden?

Time
5 Minuten

Workation klingt verlockend, bringt aber viele rechtliche und organisatorische Hürden mit sich. Was Beschäftigte vor und beim mobilen Arbeiten im EU-Ausland beachten müssen.

Time
3 Minuten

Bei Sozialbetrug geht es um kriminelle Machenschaften und viel Geld. Die Bundesregierung hat einen verstärkten Kampf dagegen bereits angekündigt. Nun sollen Taten folgen.

Time
2 Minuten

Die Beschäftigten in Deutschland müssen mehr arbeiten: So heißt es oft. Viele sind dazu bereit – und tun es bereits, ergab eine Umfrage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026