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DIW-Chef: Hohe Teilzeitquote von Frauen kostet Wohlstand

Warum verschenkt Deutschland Wohlstand? DIW-Chef Fratzscher sieht in der hohen Teilzeitquote von Frauen ein riesiges ungenutztes Arbeitskräftepotenzial – und nennt Gründe.

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Frau in Sekretariat hält ein Dokument in der Hand und telefoniert lächelnd. Bild: IMAGO / Panthermedia / Monkey Business

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Berlin (dpa). Deutschland lässt sich nach Einschätzung des Ökonomen Marcel Fratzscher durch die hohe Teilzeitquote von Frauen großes wirtschaftliches Potenzial entgehen. „Der Anteil an Frauen, die Teilzeit arbeiten, ist ungewöhnlich groß. Dadurch bleibt wirtschaftlich ein riesiges Potenzial ungenutzt“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Die Gesellschaft verzichtet so auf eine Menge Wohlstand.“

Deutschland könnte für den Arbeitsmarkt mehrere Hunderttausend Vollzeitkräfte zusätzlich gewinnen, „wenn wir Hürden abbauen würden und mehr Frauen dazu bewegen könnten, ihre Arbeitsstunden aufzustocken“, sagte Fratzscher. Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen wäre außerdem das effektivste und beste Instrument, um das gesetzliche Rentensystem in Deutschland über die nächsten 15 bis 20 Jahre zu stabilisieren.

Fast jede zweite erwerbstätige Frau in Teilzeit

In Deutschland arbeitet etwa die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit. Kalkulationen einer EU-Behörde, wonach mehr Gleichstellung von Frauen das Bruttoinlandsprodukt europaweit bis 2050 um bis zu 10 Prozent erhöhen könnte, bezeichnete Fratzscher als realistische Größenordnung. „Wenn wir die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen, dann profitieren alle“, betonte er.

Hürden für Frauen auf dem Jobmarkt seien unter anderem unzureichende Kinderbetreuung in Kitas und Schulen, geringe finanzielle Anreize wegen Ehegattensplitting und kostenloser Mitversicherung von Ehepartnern bei der Krankenkasse. Außerdem seien Minijobs für viele Frauen eine Falle. Und das Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen sei nach wie vor groß.


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