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DIW: Mehr Haushalte profitieren von der sozialen Pflegeversicherung

Laut einer neuen Studie hat die Pflegereform von 2017 die Leistungen für die ambulante Betreuung von Pflegebedürftigen deutlich verbessert. "Für viele Betroffene ist die Reform eine dringend benötigte Erleichterung."

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Weibliche Pflegefachkraft hilft alter Frau beim Aufrichten im Bett.

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Berlin (diw/sth). Seit der Pflegereform des Jahres 2017 profitieren deutlich mehr Pflegehaushalte von Leistungen der sozialen Pflegeversicherung. Dabei handelt es sich um Haushalte, in denen eine pflegebedürftige Person ab 60 Jahren zu Hause betreut wird, meist von Angehörigen. Einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge haben Personen in diesen Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von durchschnittlich gut 2000 Euro mittlerweile ähnlich viel zur Verfügung wie Personen ab 60 Jahren in anderen Haushalten. 

Nicht zuletzt die Erhöhung des Pflegegeldes, das fast 59 Prozent aller Pflegebedürftigen erhalten (im Durchschnitt gut 530 Euro pro Monat), habe dazu beigetragen, die Einkommenslücke zu schließen, so DIW-Sozialexperte Johannes Geyer. „Die Pflegereform hat die Leistungen für die ambulante Betreuung von Pflegebedürftigen klar verbessert. Mehr Haushalte können Leistungen der Pflegeversicherung beanspruchen und tun dies auch – für viele Betroffene ist die Reform eine dringend benötigte Erleichterung.“ Die Studie stellt der jüngsten Pflegereform mit Blick auf die finanzielle Situation betroffener Haushalte also ein zumindest in Teilen positives Zwischenzeugnis aus, zeigt aber auch weiteren Handlungsbedarf auf.

Alleinlebende Pflegebedürftige häufig mit geringen Rücklagen

So gebe es mit Blick auf die Vermögen nach wie vor große Unterschiede zwischen Pflege- und anderen Haushalten, heißt es in der DIW-Studie. Insbesondere alleinlebende Pflegebedürftige, die über 40 Prozent aller Pflegehaushalte in Deutschland ausmachten und oft Frauen seien, hätten ein “vergleichsweise dünnes finanzielles Polster”. Zum Vergleich: Unter allen Pflegehaushalten trifft das laut DIW nur auf gut jeden fünften zu, unter den Haushalten ohne eine pflegebedürftige Person sei die Quote mit 18 Prozent nochmals geringer. „Für das Wohlergehen im Alter spielt neben dem Einkommen auch das Vermögen eine zentrale Rolle“, betont Peter Haan, Leiter der DIW-Abteilung Staat. „Viele Pflegehaushalte haben langfristig keine ausreichenden finanziellen Rücklagen, um angesichts steigender Pflegekosten dauerhaft über die Runden zu kommen.“

Die Studienautoren empfehlen daher einen weiteren Ausbau der sozialen Pflegeversicherung. Dazu zählten mehr finanzielle Unterstützung, etwa durch eine zeitnahe Koppelung des Pflegegeldes an die Inflation, sowie mehr professionelle Pflege. „Der Staat verlässt sich hierzulande immer noch sehr stark darauf, dass Angehörige die Pflege übernehmen“, sagt Geyer. „Angesichts unserer alternden Bevölkerung kann das aber nicht ewig gut gehen.“ Familienangehörige müssten viel Zeit und Kraft aufbringen und könnten währenddessen entweder nicht erwerbstätig sein, was wiederum das Haushaltseinkommen schmälere, oder litten unter der Doppelbelastung. „Die Folge ist oft Überforderung“, so Geyer.

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