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Immer mehr Menschen ohne Abschluss mit Niedriglohn

Mehr Menschen fehlt ein beruflicher Abschluss – und ein größerer Anteil von ihnen erzielt nur geringe Löhne. In Ostdeutschland ist das Problem besonders deutlich.

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Schilder Jobcenter und Arbeitsagentur. Bild: IMAGO / Fotostand / K. Schmitt

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Berlin (dpa). Immer mehr Menschen ohne Berufsabschluss landen in Deutschland im Niedriglohnbereich. Von den 1,67 Millionen Vollzeitbeschäftigten ohne Abschluss erzielten zuletzt 40,4 Prozent nur Einkommen auf Niedriglohnniveau, also unter zwei Drittel des mittleren Einkommens. Auf diese Zahlen der Bundesagentur für Arbeit machte die Linke im Bundestag aufmerksam. Die jüngsten Angaben beziehen sich auf Ende 2018.

Vier Jahre zuvor waren es erst 35,3 Prozent von 1,43 Millionen ohne Abschluss. Im Jahr darauf, 2015, kamen 36,6 Prozent der damals 1,47 Millionen Beschäftigen ohne Abschluss auf nur geringes Einkommen. Ein Jahr später verzeichneten die Statistiker einen Anstieg auf 38,1 Prozent der 1,53 Millionen Beschäftigten ohne Abschluss.

Einkommen weit unterhalb des Durchschnitts

Das mittlere Einkommen, das Vollzeitbeschäftigte ohne Abschluss erreichten, betrug 2018 2.461 Euro – 843 Euro weniger als Beschäftigte in Vollzeit insgesamt. Beschäftigte mit akademischem Abschluss kamen sogar auf 5.113 Euro.

In Ostdeutschland verdienten zuletzt sogar 58,1 Prozent der Menschen ohne Abschluss nur niedrige Löhne, in Westdeutschland hingegen nur 38,6 Prozent. Von den Beschäftigten mit anerkanntem Berufsabschluss waren insgesamt 18,4 Prozent im Niedriglohnsektor.

In Ostdeutschland liegen die Löhne noch niedriger

In Ostdeutschland war das mittlere Einkommen von Vollzeitbeschäftigten ohne Berufsabschluss zuletzt mit 2.023 Euro brutto noch einmal deutlich geringer als in Westdeutschland mit 2.507 Euro brutto. Nach Bundesländern wurde in Mecklenburg-Vorpommern das geringste mittlere Entgelt für Vollzeitbeschäftigte ohne Berufsabschluss gezahlt: 1.854 Euro brutto im Monat.

Forderung nach höherem Mindestlohn und Verbot von Leiharbeit

Die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Menschen ohne Berufsabschluss haben es am Arbeitsmarkt besonders schwer.“ Sie seien wesentlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. „Wenn sie in Arbeit sind, erhalten sie deutlich weniger Lohn.“

Nötig sei die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro sowie perspektivisch ein Verbot von Leiharbeit als einer Variante systematischer Niedriglohnbeschäftigung. Um den Anteil der Menschen ohne Abschluss zu senken, müsse die Bundesregierung zudem einen Rechtsanspruch auf Ausbildung als auch auf Weiterbildung einführen, forderte die Abgeordnete.


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