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Kita-Einschränkungen setzen Beschäftigte unter Druck

Nachricht in der Kita-App! Wenn so etwas auf dem Handy aufpoppt, ist das nicht immer Grund zur Freude. Denn manchmal folgt die Info, dass die Kita morgen zuhat. Für Eltern ist das zum Haareraufen.

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Erzieherin spielt mit Kleinkind in der Kita. Bild: IMAGO / Westend61 / Mareen Fischinger

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Personalengpässe in Kitas zwingen Eltern oft dazu, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Frauen trifft das häufiger als Männer.

Düsseldorf (dpa). Weil Kindergärten wegen personeller Engpässe immer mal wieder ihr Betreuungsangebot einschränken, kommen erwerbstätige Eltern einer Studie zufolge stark unter Druck. In einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung gaben rund 44 Prozent der befragten 1.023 Mütter und Väter im Dezember an, dass ihre Betreuungseinrichtung in den drei Monaten zuvor zeitweise geschlossen war. Es ging vor allem um Kindergärten und Tagespflegeeinrichtungen für Kleinkinder, aber auch - im geringeren Maße - um Ganztagsschulen.

Die Betroffenheit war unterschiedlich: 15,1 Prozent aller Befragten gaben an, die kurzfristig angekündigte Schließung ihrer Einrichtung sei in dem Drei-Monats-Zeitraum an einem Tag geschehen und bei 21,8 Prozent waren es zwei bis fünf Tage. Bei 3,9 Prozent waren es sechs bis zehn Tage und bei 3,6 Prozent - also etwa bei jedem 28. Befragten - waren es sogar mehr als zehn Schließungstage.

Hinzu kam das Problem der eingeschränkten Betreuung - etwa wenn die Eltern ihre Kinder früh abholen müssen, weil die Kita wegen Personalmangels kürzer offen ist als üblicherweise. Davon berichtete ebenfalls knapp die Hälfte der Befragten in der Umfrage. Vielen Eltern passierte beides - an manchen Tagen war eine Betreuungseinrichtung ganz zu und an anderen Tagen nur kurz geöffnet.

Appell zu Investitionen

Der Staat stehe vor einer doppelten Aufgabe, sagt Bettina Kohlrausch vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Böckler-Stiftung. “Er muss einerseits Betreuungsangebote ausbauen und andererseits die Qualität und Zuverlässigkeit der bestehenden Angebote sicherstellen”, so die wissenschaftliche Direktorin des WSI. “Ganz offensichtlich ist schon die personelle Ausstattung der bereits existierenden Angebote nicht ausreichend.”

Unter den Befragten, deren Kinder anderweitig betreut werden mussten, sagten gut ein Drittel, dass sie deswegen ihre Arbeitszeit reduziert haben. Knapp die Hälfte sagte, sie habe sich Urlaub nehmen müssen oder sie habe Überstunden abgebaut. Am besten lief es für diejenigen Eltern, bei denen sich kurzfristig Verwandte oder Freunde um die Kinder kümmern konnten.

Mütter springen häufiger ein als Väter

Auffällig ist, dass deutlich häufiger Frauen kürzertreten als Männer: Von den betroffenen Vätern sagten 64 Prozent, ihre Partnerin sei eingesprungen. Umgekehrt sagten nur 48 Prozent der Mütter, ihr Partner sei eingesprungen. Auch in anderen Umfrage-Antworten wurde die Diskrepanz deutlich: Frauen reduzierten häufiger kinderbedingt ihre Arbeitszeit oder nahmen sich Urlaub als Männer. 

Die Soziologin Kohlrausch warnt, dass dadurch die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt vertieft werden könne. Immer wieder Ausfälle in der Kinderbetreuung ausgleichen zu müssen, könne Konsequenzen für die Karrierechancen haben. Große Investitionen in das Betreuungsangebot und eine Fachkräfte-Offensive seien nötig - das wäre “gut angelegtes Geld”.

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