Berlin (diw/iv). Die Mehrheit der Deutschen spricht sich für ein Grundeinkommen ohne Verpflichtungen aus. Finanziert werden solle dies durch höhere Einkommen- und Vermögensteuern. Das ergeben zwei repräsentative Befragungen, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und die Uni Konstanz im Sommer 2022 durchgeführt. haben. Demnach sind 53 Prozent der Befragten „Dafür“ oder „sehr dafür“.
Am liebsten 1200 Euro im Monat
Die Zustimmung für ein Grundeinkommen ist besonders stark beim Menschen mit geringem Einkommen und großen Sorgen über die eigene wirtschaftliche Situation ausgeprägt. Sie steigt zudem, je höher das Grundeinkommen ausfällt. Die größte Unterstützung hätten 1200 Euro im Monat.
Ebenso steigt die Unterstützung, wenn das bedingungslose Grundeinkommen an Deutsche oder Menschen, die länger als fünf Jahre in Deutschland leben, ausgezahlt würde. Zur Finanzierung eines Grundeinkommens unterstützen die meisten Befragten die Erhöhung von Einkommen- und Vermögensteuern.
„Politisch ist das bedingungslose Grundeinkommen hoch umstritten, doch genießt es seit Jahren hohe Popularität in der Bevölkerung“, sagt Jürgen Schupp vom DIW Berlin. Bei der Bevölkerung sei durchaus Unterstützung für eine engagierte Umverteilungspolitik vorhanden, ergänzt Adrian Rinscheid, Gastforscher an der Uni Konstanz. Das Grundeinkommen sollte daher bei Reform der Sozialsysteme mitgedacht werden, empfehlen die Autoren.
