Ihre-Vorsorge Logo

Mindestohn: Kommissionschef gegen schnelle Anhebung auf 12 Euro

Jan Zilius hält eine zu schnelle Erhöhung des Mindestlohns für problematisch. Vor allem, wenn er dadurch bestehende Tariflöhne übersteigt.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Frauenhand baut einen Stapel aus 1-Euro-Münzen. Bild: IMAGO / emil umdorf

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Der Vorsitzende der Mindestlohnkommission, Jan Zilius, hat sich kritisch zu einer schnellen Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro geäußert. „Von heute auf morgen den Mindestlohn auf zwölf Euro anzuheben, wäre höchst problematisch“, sagte Zilius der „Rheinischen Post“.

„Weil wir dann eine Überholung von laufenden Tarifverträgen in einem Umfang hätten, der mit unserer im Grundgesetz vereinbarten Tarifautonomie nicht mehr viel zu tun hätte“, argumentierte er. „Anders ausgedrückt: Wir würden mit einer zu schnellen Erhöhung auf zwölf Euro die Tarifverhandlungen für untere Lohngruppen obsolet machen.“

Arbeitsminister drängt auf eine Erhöhung des Mindestlohns

Die Mindestlohnkommission hatte Ende Juni eine Anhebung von jetzt 9,35 Euro auf 10,45 Euro pro Stunde bis 2022 empfohlen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will danach rasch eine weitere kräftige Erhöhung auf zwölf Euro erreichen. Dazu will er der Mindestlohnkommission neue Vorgaben machen, wie er vergangene Woche angekündigt hatte. In dem Gremium stimmen Spitzenvertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften über die Mindestlohnhöhe ab.

Was, wenn der Mindestlohn über die unteren Tarifgruppen steigt?

Zilius sagte, bei dem Thema sei „sicher in den letzten Jahren politisch noch mehr Druck in den Kessel gekommen“. Trotzdem sei die Kommission weiter unabhängig. „Da muss man als Kommissionsmitglied und erst recht als Vorsitzender die Ruhe haben, die politische Diskussion gelassen hinzunehmen“. Heil will nach der Sommerpause Vorschläge vorlegen.

„Wir müssen sehr aufpassen, dass wir mit den bestehenden Tarifvertragsregelungen nicht kollidieren“, warnte Zilius. „Einen Mindestlohn, der in großem Umfang über geltende Tarifverträge hinausginge, also höher läge als die untersten Tarifgruppen, hielte ich für problematisch.“

Weitere Nachrichten auf Ihre Vorsorge


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Wer seine Gartenhilfe als Minijobber anmeldet, kann einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen. Was dafür notwendig ist und welche Vorteile beide Seiten durch die Anmeldung noch haben.

Time
2 Minuten

Als die jüngsten Pflegepläne ins Kabinett sollten, machte es die Regierung bis zuletzt spannend. Nun will sich die Ministerrunde wieder mit der Zukunft der Pflege beschäftigen.

Time
4 Minuten

Bei einer Führungsklausur sucht die CDU nach Auswegen aus ihrer Krise. Der Kanzler stellt inhaltliche Nachsteuerungen in Aussicht, die auch Entlastung für Millionen Haushalte bringen sollen.

Time
1 Minuten

Eine Krankschreibung bedeutet nicht gleich Hausarrest. Denn je nach Krankheit und geplanter Aktivität, können Arbeitnehmer mehr machen, als so mancher vermutet.

Time
2 Minuten

Zahlen der Bundesagentur für Arbeit beleuchten, wer von den „erwerbsfähigen“ Menschen über viele Jahre auf Hilfe angewiesen ist. Was helfen könnte, ist teilweise umstritten.

Time
2 Minuten

Die Frage nach dem Kinderwunsch ist der No-Go-Klassiker im Bewerbungsgespräch. Welche Fragen außerdem unzulässig sind – und wie man am besten damit umgeht.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026