Ihre-Vorsorge Logo

Unglücklich im Job? – Das ist keine gute Wechsel-Motivation

Sie überlegen, den Job zu wechseln? Warum Unzufriedenheit dafür keine gute Ausgangsbasis ist. Und was Sie sich unbedingt fragen sollten, bevor Sie nach einer anderen Stelle suchen.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Mann steht auf der Straße und hält ein Smartphone in der Hand. Bild: IMAGO / MASKOT

© Nicht definiert

Hamburg (dpa/tmn). Die Stimmung im Team ist mies, der Chef stellt unrealistische Anforderungen, die Bezahlung könnte besser sein. Das alles sind gute Gründe dafür, den Job wechseln zu wollen. Aber Vorsicht: In solchen Situationen trifft man häufig schlechte Entscheidungen.

Wer bei der Arbeit unglücklich ist, nur weg möchte und sich aus Frust in den nächsten Job flüchtet, akzeptiere alles, was nicht das Jetzige ist, schreibt Moritz Blüml, Personalberater bei Saleshead Recruiting in einem Blog-Beitrag im Karrierenetzwerk Xing. Oft verändere sich dabei auch die Wahrnehmung - alles andere wirke dann meist besser als die aktuelle Jobsituation.

Unter Umständen vergisst man dann sogar im Vorstellungsgespräch, dem neuen Arbeitgeber kritische Fragen zu stellen, etwa zu den Aufgaben, zum Team, zur Einarbeitung - und versäumt es womöglich, Forderungen zu stellen. Mit der Folge, dass nach einiger Zeit im neuen Job meist die Ernüchterung einsetzt: Der neue Job bringt andere Probleme mit sich. Der Frust, vor dem man geflohen ist, holt einen ein.

Statt Frust und Flucht - besser ein Ziel entwickeln

Der beste Moment für einen Jobwechsel ist laut Blüml, wenn man denkt: “Mir geht es eigentlich ganz gut, aber ich habe das Gefühl, ich könnte den nächsten Schritt machen.” Menschen in dieser Situation verhandeln Blüml zufolge besser, sie wählen weiser und sie bleiben länger, weil sie selbst aus einer Position der Stärke entschieden haben. Denn dann hätten sie noch Energie, könnten klarere Entscheidungen treffen, seien wählerischer und könnten Angebote ablehnen, wenn sie nicht passen.

Statt sich aus Frust oder Langweile zu überlegen, wovon man weg möchte, gibt Blüml daher einen anderen Tipp: Überlegen Sie sich, wo Sie eigentlich hin wollen. Diese Frage werde viel zu wenig gestellt. Dabei könne sie alles verändern. Es klingt banal: Aber erst, wenn die Richtung klar sei, könne die Bewegung folgen. Sprich: Wenn man weiß, welche Aufgabe, welche Branche und welche Position zu den eigenen Wünschen und Vorstellungen passt, könne man sich dort hinentwickeln, also sein Profil entsprechend anpassen und sich gezielt bewerben. Dahinter stecke eine ganz andere Form der Motivation, so Blüml.

Nicht sofort wechseln - erst wichtige Fragen klären

Bevor man sich auf eine neue Stelle bewirbt, sollte man sich fragen: Laufe ich vor etwas weg oder auf etwas zu? Um für sich zu klären, in welchem Modus man sich gerade befindet, hat Blüml einen Tipp - dabei helfen diese zwei Fragen:

  • Erstens: Wenn der aktuelle Arbeitgeber morgen die drei größten Ärgernisse beheben würde, die einen stören, würde man dann noch wechseln wollen?

Lautet die Antwort darauf Nein, ist Blüml zufolge nicht der Job an sich das Problem, sondern konkrete Reibungspunkte. Vielleicht lassen sich diese auflösen und man muss seinen Job gar nicht wechseln.

  • Zweitens: Kann man in einem Satz sagen, wohin man will - ohne über den aktuellen Job zu sprechen oder das Wort “weg” zu nutzen?

Fällt es schwer diese Frage zu beantworten, zeigt dies laut Blüml, dass man noch keine Richtung hat. Dann sollte man sich Zeit nehmen, diese zu finden. Dabei kann es helfen, sich zu überlegen: Was will ich eigentlich? Wo will ich in drei Jahren stehen?

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Lichtblick beim Wohnungsbau: Erneut wurden mehr Wohnungen in Deutschland bewilligt, seit Jahresanfang steht ein kräftiges Plus. Für Bauherren gibt es allerdings neue Hürden.

Time
2 Minuten

Ein Nebenjob hat in erster Linie meist nichts mit dem Arbeitgeber vom Hauptjob zu tun. Doch das heißt nicht, dass dieser gar kein Mitspracherecht hat.

Time
2 Minuten

Der Arbeitgeber stellt als Firmenwagen ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug zur Verfügung. Aber wie können sich Arbeitnehmer die Ausgaben erstatten lassen, wenn sie auf eigene Kosten laden?

Time
5 Minuten

Workation klingt verlockend, bringt aber viele rechtliche und organisatorische Hürden mit sich. Was Beschäftigte vor und beim mobilen Arbeiten im EU-Ausland beachten müssen.

Time
3 Minuten

Bei Sozialbetrug geht es um kriminelle Machenschaften und viel Geld. Die Bundesregierung hat einen verstärkten Kampf dagegen bereits angekündigt. Nun sollen Taten folgen.

Time
2 Minuten

Die Beschäftigten in Deutschland müssen mehr arbeiten: So heißt es oft. Viele sind dazu bereit – und tun es bereits, ergab eine Umfrage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026