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Viele Mütter wollen mehr arbeiten als sie können

Noch immer geht ein Großteil der Mütter keinem Beruf nach. Am Willen liegt es meist nicht.

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Junge Frau mit Migrationshintergrund in Businessmeeting. Bild: IMAGO / Panthermedia / Monkeybusinessild: IMAGO / Panthermedia / Monkeybusiness

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München (tö). Immer mehr Mütter würden gerne mehr arbeiten gehen, können sich aber diesen Wunsch nicht erfüllen. Dies geht aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Die Studie zeigt, wie stark sich das Rollenbild der Frauen in den vergangenen 20 Jahren gewandelt hat.

Die Zahlen des IW, für die das sozioökonomischen Panel ausgewertet wurde, eine jährliche Befragung von etwa 15.000 Haushalten in Deutschland, sind eindeutig: So wollten 1998 noch 26,3 Prozent der Frauen im Alter zwischen 25 und 54 Jahren mit minderjährigen oder volljährigen Kindern keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. 20 Jahre später lag dieser Anteil nur noch bei 12,4 Prozent. Gut ein Viertel der befragten Mütter ging zuletzt aber keinem Beruf nach. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass das Dasein ohne jede bezahlte Erwerbstätigkeit oft unfreiwillig ist.

Auffällig ist laut der Untersuchung auch der Trend zu mehr Arbeitsstunden bei Teilzeitjobberinnen: Etwa jede fünfte Mutter ist weniger als 20 Stunden beschäftigt. Ein so geringes Stundenpensum favorisiert aber nur jede achte Mutter.

Wohin mit dem Kind?

Dass Wunsch und Wirklichkeit oft auseinanderklaffen, kann viele Gründe haben: Oft fehlt es an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder mit passenden Öffnungszeiten. Auch gibt es in Deutschland immer noch zu wenige Ganztagsschulen. Außerdem können Arbeitgeber Vorbehalte haben, wenn es um die Einstellung von (alleinerziehenden) Frauen mit Kindern geht.

Wie stark sich das Selbstverständnis gewandelt hat, ist jedoch sehr unterschiedlich: So wollten Mütter ohne berufsqualifizierenden Abschluss im Jahr 2018 mit 25,4 Prozent mehr als dreimal so häufig keiner Erwerbstätigkeit nachgehen wie Mütter mit Hochschulabschluss. Ein solch traditionelles Rollenbild findet sich nach Angaben des IW auch bei zugewanderten Müttern und Frauen mit drei und mehr Kindern besonders häufig.

Allerdings wollen auch Mütter mit gutverdienenden Partnern häufiger in Teilzeit und seltener in Vollzeit arbeiten. Überdies zeigt sich über ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung noch ein starkes Ost-Westgefälle: Nach wie vor ist es demnach für Frauen in Ostdeutschland viel selbstverständlicher zu arbeiten als für Frauen im Westen der Republik.

Nicht auf den Partner verlassen

Experten und Expertinnen weisen immer wieder darauf hin, dass ein Mann für eine Frau „keine Altersvorsorge“ sei. In der Studie heißt es dazu, man müsse Mütter „für die Risiken der von ihnen gewählten Erwerbsbiografien im Falle der Trennung und des Todes oder der unerwarteten Arbeitslosigkeit des Partners“ sensibilisieren.

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