Berlin: (hib/sth). Die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Deutschland ist 2023 weiter gesunken (838.792). Die Unfallquote je 1.000 Vollzeitäquivalente lag mit 18,8 niedriger als in den Vorjahren. Auch starben 2023 weniger Menschen an den Folgen eines Arbeitsunfalls als in allen erfassten Jahren zuvor (499), was auch für die Zahl der Wegeunfälle gilt (225). Diese Zahlen nennt die Bundesregierung in dem „Bericht über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2023“, der nun als Unterrichtung vorliegt.
Wie im Vorjahr gab es laut Bericht auch im Jahr 2023 ausgeprägte Erkältungswellen, die zu hohen Zahlen bei den Krankheiten des Atmungssystems geführt haben und damit einen ähnlich hohen Anteil an den Arbeitsunfähigkeitstagen (18 Prozent) hatten wie die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (19 Prozent). Psychische und Verhaltensstörungen machten demnach 16 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage aus.
Bei Berufskrankheiten macht sich noch immer die Pandemie bemerkbar
Bei den Kennzahlen zu Berufskrankheiten schlägt sich nach Angaben der gesetzlichen Unfallversicherungsträger (DGUV) die Pandemie nach wie vor nieder - wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie in den Vorjahren. Die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit war mit etwa 150.000 um 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, aber nach wie vor deutlich über der Zahl vor der Pandemie (2019: knapp 85.000). Dies ist nach Angaben der DGUV “weiterhin auf Infektionskrankheiten (BK-Nr. 3101) zurückzuführen”, die mit rund 66.000 Verdachtsanzeigen in die Statistiken eingehen und dabei zum Großteil mit COVID-19 in Zusammenhang stehen.
Ähnliches zeigt sich dem Bericht zufolge auch bei den anerkannten Berufskrankheiten (rund 75.000; Vorjahr: knapp 202.000). Die Zahl der Todesfälle Berufserkrankter mit Tod infolge der Berufskrankheit lag 2023 “mit 2.151 auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr”. Ein großer Teil dieser Todesfälle sei “durch asbest-assoziierte Berufserkrankungen verursacht (62 Prozent”), heißt es.
