Köln (sth). Der Einstig in eine private oder über den Arbeitgeber organisierte Altersvorsorge gelingt am besten, wenn zum Zeitpunkt geeigneter Umstände ein Impuls den Vorsorgewillen zusätzlich unterstützt. Das geht laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus einer Personenbefragung hervor, die das arbeitgebernahe Forschungsinstitut in diesem Jahr gestartet hat. Demnach sei für die Entscheidung zugunsten einer ergänzenden Altersvorsorge vermutlich ein Impuls ausschlaggebend, “wenn die Lebensumstände auch einen Einstieg in die Altersvorsorge ermöglichen”.
Dass viele Menschen den entscheidenden Schritt zur Altersvorsorge trotz vorhandenen Wissens letztlich häufig nicht tun, zeigt nach Einschätzung von IW-Rentenexpertin Ruth Maria Schüler ein “klassisches ,knowing-doing-Gap'”. Diese Lücke werde beim Thema Altersvorsorge noch “dadurch verschärft, dass die Dringlichkeit der Altersvorsorge wenig greifbar erscheint, wenn der Renteneintritt noch in weiter Zukunft liegt”. So zeige die IW-Untersuchung, dass Menschen über 50 Jahren mehr Wissen über das Rentensystem hätten, obwohl es für die unter 50-Jährigen “ökonomisch besonders relevant” sei, meint Schüler.
"Die Rentenversicherung zur Wissensvermittlung nutzen"
Je früher der Einstieg in eine zusätzliche Altersvorsorge erfolgreich sei, umso eher “gelingt es, eine höhere Auszahlung in der Ruhestandsphase zu realisieren”, mahnt die IW-Expertin. Die Politik solle deshalb über Wege nachdenken, wie wichtige Daten zur Alterssicherung nach einem gelungenen Berufseinstieg “in solcher Weise vermittelt werden können, dass Wissen auch in Handlung übersetzt wird”. Für die Vermittlung des zur Altersvorsorge benötigten Wissens könnten die Deutsche Rentenversicherung und die gerade gestartete Digitale Rentenübersicht genutzt werden, empfiehlt Schüler.
